Gemeindemanager gesucht

Amtsinhaber rühren Werbetrommel für neue Kandidaten bei Kirchenvorstandswahlen

OSTERHOLZ-SCHARMBECK. Die Kirche zieht den Endspurt an, denn bereits Mitte Dezember werden die Kandidatenlisten geschlossen. Bis dahin suchen die 16 Gemeinden im Ev.-luth. Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck weitere Interessenten für die Wahl zum Kirchenvorstand (KV) am 11. März 2018. Doch wie sieht ihre Aufgabe aus? Was bietet das Ehrenamt den Neuen? Was sollten sie mitbringen? Am Montag warben acht Kirchenvorsteher  verschiedener Gemeinden im Haus der Kirche für den Start ins Ehrenamt.  

Es ist jede Menge Platz für frisches Engagement in den Kirchenvorständen, die für weitere sechs Jahre im Kirchenkreis mehr als 100 Kirchenmitglieder ab 18 Jahren gewinnen möchten, berichtete Superintendentin Jutta Rühlemann. „Wir freuen uns auf junge und ältere Menschen mit vielfältigen Lebensentwürfen, Interessen, Zielen und Begabungen, die sie in unsere lebendige Kirche einbringen möchten“.

Und dieses Leben hat viele Gesichter, wie die Amtsinhaber berichten: Die Kirchenvorsteher sind gemeinsam mit dem Pfarramt das Leitungsgremium der Gemeinde, tragen die Geschäftsführung, gestalten das Profil ihrer Gemeinde, setzen eigene Themen und Akzente und sind damit eine Art „Gemeindemanager“. Und diese können, neben der monatlichen KV-Sitzung und der Mitarbeit im Kirchendienst, aus eine Fülle von Angeboten wählen, wie stark sie sich engagieren möchten.

„Vor allem in unseren Ausschüssen wie dem Diakonieausschuss können wir tiefer in die Themen einsteigen und viel bewegen“, blickt Luise Renken auf 24 Jahre Mitarbeit im KV Hambergen zurück. Mit Ausschüssen, Beauftragungen und Arbeitsgruppen werden die aktuellen Themen vertieft: Die Gestaltung der Friedhöfe, Umbauten von Gemeindehaus und Kirche, Finanzfragen, die Gestalt der Kinder- Jugendarbeit, die Ausrichtung der Konfirmandenarbeit oder die Einstellung neuer Mitarbeiter. So hat Thomas Siemer (74) aus Ritterhude sich „in die Modernisierung des Gemeindehauses intensiv reingehängt und viel Dankbarkeit erfahren“. Magrit Rauf, seit 2012 im KV Wallhöfen, hat mit ihrem Team „die Jugendarbeit mit Gottesdiensten und dem Ferienprogramm neu aufgestellt.“ Von neuem Leben in der Kirchenmusik berichtet Luise Scholtissek aus der städtischen St. Marien-Gemeinde. „Wir nutzten mit den Herztönen moderneres Liedgut, das hat mehr Schwung gebracht“. Auch die monatliche Kinderkirche sei „wieder auferstanden“. Jens Garbade hat im KV Lilienthal „die Fusion der Gemeinden St. Jürgen und St. Marien mit vorangebracht“ und ist jetzt „im Gebäudeverkauf und Neubau engagiert“. Bei all diesen Aufgaben, so Rühlemann, „übernehmen die Mitarbeiter viel Verantwortung und werden von einem Netzwerk von Fachleuten in Landeskirche, Kirchenamt und Kirchenkreis unterstützt“.

Dieser Einsatz wird vielfältig belohnt, versprechen die Ehrenamtlichen den Neuen. „Ich erlebe bei uns in Pennigbüttel eine super Gemeinschaft und Dankbarkeit“, berichtet Waltraud Jaursch. Magrit Rauf schätzt, „die Freiheit, dass man Neues ausprobieren kann“. Renate George (Pennigbüttel) hat durch die KV-Arbeit „viele neue Kontakte zu interessanten Menschen“ gewonnen“ und lobt „die spannenden geistigen Anregungen“, die man durch die vielfältigen Themen bekomme. „Die Befriedigung, dass man in der Gemeinde sieht, was man geschafft hat“, ist für Jens Garbade eine große Motivation seiner Mitarbeit. „Gibt´s da auch Pro und Contra?“, wollte Hinni Thäle (Wallhöfen) wissen, der sich erstmals für den KV bewirbt. „Wir diskutieren auch kontrovers, aber im partnerschaftlichen Miteinander, ohne Ränkespiele oder Lagerkämpfe wie oft in der Politik“, erwiderte Garbade und betont, dass „keine besondere Gläubigkeit erwartet wird und niemand auf den Prüfstand muss“.

Als wichtige Themen der kommenden Jahre nennen die Amtsinhaber die Vertiefung der regionalen Zusammenarbeit, die Unterhaltung der Gebäude, die Ausgestaltung der Gottesdienste, die aktive Jugendarbeit, und die Gewinnung Ehren- und Hauptamtlicher bei schmaleren Budgets. „Für all diese Aufgaben gibt es fachkundige Unterstützung und ein breit gefächertes Weiterbildungsangebot mit Seminaren, Klausuren und Workshops, die den Blick weiten, Kontakte ermöglichen und neue Impulse in die Gemeinden tragen“, erinnerte die Superintendentin.  Interessierte Kandidaten können sich für weitere Informationen bei den Pastorinnen und Pastoren ihrer Gemeinde oder in den Gemeindebüros melden. Adressen und weitere Infos: siehe die Gemeindehomepages.  

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Foto: Rufen Interessierte auf, sich als Kandidaten zu bewerben: Magrit Rauf, Hinni Thäle, Thomas Siemer, Luise Scholtissek, Waltraud Jaursch, Jutta Rühlemann, Luise Renken und Renate George. Foto: Hofer