Religionsunterricht

Die Kirche und die Religionen leben davon, dass die Traditionen, Fragen und Themen des Glaubens immer wieder neu verhandelt werden. Die Schulen im Kirchenkreis sind damit – neben dem Elternhaus – wichtige Orte, an denen christliche Werte, Geschichten und Haltungen weitergegeben, aktualisiert und kritisch beleuchtet werden. Neben den Religionslehrern sind zehn kirchliche Mitarbeiterinnen in den Schulen im Kirchenkreis im Religionsunterricht tätig.

Religionsunterricht an 12 Schulen 

Vier Schulpastoren und eine Schuldiakonin unterrichten in den weiterführenden Schulen Gymnasium Osterholz-Scharmbeck, den IGS Osterholz-Scharmbeck, der KGS Tarmstedt und den BBS Osterholz-Scharmbeck. Weitere vier Diakone geben an acht Grundschulen im Kirchenkreis Unterricht im Fach Religion.

Viele lebendige Unterrichtsformen

Die Situation des Religionsunterrichtes in den Grundschulen und weiterführenden Schulen im Kirchenkreis ist sehr vielfältig. Es gibt den konfessionsgebundenen evangelischen oder katholischen Religionsunterricht. Und es gibt vereinzelt evangelisch-katholisch kooperativen Religionsunterricht. In manchen Schulen auch Religionsunterricht für alle Schüler im Klassenverband. Daneben gibt es vielfach „Werte und Normen“ als Alternativfach. Die Versorgung mit Religionsunterricht in den einzelnen Schulen ist sehr unterschiedlich, auch die Wahl von Religion oder Werte und Normen von Seiten der Schüler bzw. deren Eltern.

BBS: Unterschiede sind besondere Chance

„In den Berufsbildenden Schulen in Osterholz-Scharmbeck etwa treffen viele Jugendliche aus unterschiedlichen Milieus, Kulturen und religiösen Überzeugungen aufeinander“, berichtet Berufsschuldiakonin Ute von Harten. „Diese Unterschiede sind eine ganz besondere Chance. In den Klassen spiegelt sich häufig die ganze Vielfalt unserer Gesellschaft – teils leider auch die mangelnde Chancengleichheit in der Bildung. Oft ist der Religionsunterricht der einzige Berührungspunkt zum Thema Glauben, Kirche, Religiosität. Ziel ist es immer wieder, Fremdheit zu überwinden und Neugier auf Unbekanntes zu wecken. Religionsunterricht bietet den Raum,sich eigener Positionen, Fragen und Ziele bewusst zu werden und will die Schülerinnen und Schüler stärken."

Gymnasium OHZ: Unterricht gibt Orientierung 

Schulpastor Gerd Rühlemann beschreibt seine Arbeit so: „In einer Zeit, wo der traditionell prägende Einfluss der Kirchen in unserer Gesellschaft schwindet und im globalen Zusammenhang vielfältige religiöse Einflüsse erkennbar werden, hilft der evangelische Religionsunterricht Kindern und Jugendlichen, sich zu orientieren und sich selbst zu verorten in der Vielfalt von Glaubensäußerungen, religiösen Überzeugungen und ethischen Grundhaltungen.“ „Sie lernen – oft mit ganz unterschiedlicher kirchlicher, religiöser und kultureller Prägung in ihren Herkunftsfamilien – religiöse Äußerungen unterschiedlichster Art wahrzunehmen und zu beurteilen. Dabei klären sie ihr eigenes Verständnis christlichen Glaubens.“

KGS Tarmstedt: Raum für die Fragen des Lebens

Schulpastorin Meriam Kalmbach sieht im Religionsunterricht den Raum für die Themen des Lebens, die uns bis ins Erwachsenenalter hinein beschäftigen: Gibt es Gott? Was ist Religion? Wie leben andere ihren Glauben? Was ist Freundschaft? Wie gehen wir verantwortungsvoll mit der Schöpfung um? Warum feiern wir Ostern? Welche Vorbilder gibt es in unserer Gesellschaft? Welches Menschenbild haben wir?