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24.11.2011
16 Gemeinden wollen ihre Vorstandsposten mit motivierten Kandidaten besetzen
200 Bewerber für Topjobs gesucht

Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Das Ziel steht fest: Die 16 Gemeinden im Kirchenkreis suchen rund 200 Kandidaten für ihre „Vorstandsposten“. Denn der Termin rückt näher: Am 18. März 2012 werden die neuen Kirchenvorstände gewählt. Ein Teil der Mitarbeiter kandidiert wieder nach 6 Jahren Amtszeit, doch auch neue Bewerber sind willkommen. Besonders für diese rühren die Amtsinhaber kräftig die Werbetrommel: Den Pressetermin am Montag im Haus der Kirche nutzten sie, um weitere Kandidaten zu gewinnen.




Was bietet die Kirche den Interessenten? „Jede Menge Freiraum fürs Gestalten, spannende Aufgaben, die Chance, Verantwortung zu tragen und richtig viel zu bewegen für die Menschen“, sagt Superintendentin Jutta Rühlemann. Die Kirchenvorsteher/innen gründen und leiten Gruppen, arbeiten in Ausschüssen, verwalten Finanzen und Gebäude, begleiten Renovierungen, suchen Sponsoren und planen neue Gottesdienstformen. Sie stellen Mitarbeiter ein und machen die Kirche fit für die Zukunft. Und sie packen kräftig an: beim Gemeindefest, im Küsterdienst oder bei der Grünpflege. „Hier kann jeder sein Talent und seine Vorlieben einbringen“, wirbt Rühlemann. Obendrauf gibt´s ein breites Angebot zur Weiterbildung.

Doch was motiviert fürs Ehrenamt? Für Henning Steinhauer, Kirchenvorsteher von St. Willehadi, ist klar: „Ich will eine starke, lebendige Kirche, die sich um die Menschen kümmert. Das geht nur mit Ehrenamtlichen, und deshalb bin ich seit 1970 dabei“. Er wirkt im Gottesdienst mit, hat einen Männerkreis gegründet und schätzt konkrete Ergebnisse: „Es macht richtig Spaß mit Handwerkern die Kirchenrenovierung zu planen und zu sehen, was man bewegen kann“, sagt Steinhauer.
Sein Kollege in St. Willehadi, Heiko Kaum, „hat in der Kirche viele neue und nette Menschen“ kennen gelernt. „Ich wurde 1992 hier mit offenen Armen empfangen, das will ich zurückgeben“, sagt der Bibliothekar. Sein Herz schlägt für die Kinder- und Jugendarbeit. Wie Henning Steinhauer hat er sich zum Ehrenamts-Koordinator fortgebildet. „Wir wollen diese Kultur pflegen, unsere tollen Angebote und Tätigkeitsfelder profilieren und mit Freude neue Mitarbeiter suchen“, blickt Kaum nach vorne.
Auch Annegrete Müller ist Kirchenvorsteherin, „um anzupacken und Projekte voranzubringen“. In Pennigbüttel hat sie das Frauenfrühstück gegründet, „ein lebendiger Kreis, der Impulse gibt, Referenten einlädt und Kontakte ermöglicht“. Besonders stolz ist die Bankkauffrau auf die Initiative Fit for Job, die sie mit weiteren Partnern angeschoben hat. Mit Coachings und fachlichen Tipps haben so bereits viele Frauen die Rückkehr ins Berufsleben geschafft. Und sie selbst hat durch ihr 18-jähriges Engagement neue Bekannte und Freunde gefunden.
Kirche als Kuschelclub mit Schmusekurs? Davon hält Elfie Gantzkow wenig. „Kritik üben heißt Dinge anzupacken und zu verändern“, sagt die Wallhöfenerin. Das bedeute auch, „verkrustete Strukturen aufzubrechen“. Sie hat bereits vor fünf Jahren einen Besuchsdienst aufgebaut, der Kranke und Einsame aufsucht und engagiert sich in der Diakonie. „Wir haben bereits eine Menge erreicht, legen Wert auf Fortbildung und haben viel Spaß dabei“, sagt die Kirchenvorsteherin.
Ihre Neugierde hat Erika Janßen aus Hüttenbusch vor 12 Jahren in den Kirchenvorstand gelockt. Sie wollte endlich wissen, „was vor und nach den Gottesdiensten passiert“. Die Friseurmeisterin engagiert sich im Regionalrat, spielt in der Flötengruppe bei Taizéandachten, leistet Küsterdienste und gestaltet zwei Mal im Jahr den Gottesdienst mit.
Kirche kann auch süchtig machen. Wer Uwe Bokelmann erlebt, kann dies spüren. „Ich war mit 25 Jahren recht kritisch, wollte aber was bewegen, habe immer mehr Aufgaben übernommen – und will jetzt noch mal mitmachen“, sagt der Ruheständler aus Wallhöfen. Geschäftsführung, Bausachen, Küsterdienst, Pfarrhaussanierung, Krabbelgruppe, Geburtstagscafé – das sind nur einige Stationen seines Wirkens. „Die Mitarbeit im Gottesdienst kommt jedoch an erster Stelle“, betont Bokelmann.

Die 6 Kirchenvorsteher/innen wünschen sich weitere motivierte Mitarbeiter. Sie müssen 18 Jahre alt sein, mindestens seit 3 Monaten Mitglied ihrer Ortskirchengemeinde sein und für ihre Kandidatur 10 Unterstützer finden. „Wir freuen uns auf neue Gesichter“, ruft die Superintendentin interessierte Frauen und Männer zur Kandidatur auf. Ganz in der Tradition Luthers gehe es darum, „Bewährtes zu behalten und Neues zu wagen“.
Wer kandidieren möchte, kann sich im Gemeindebüro, beim jeweiligen Kirchenvorstand oder unter der Hotline 04791/806-50 melden und informieren.
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