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16.04.2014
Delegation aus der Partnergemeinde Eldorado informiert sich im Kirchenkreis
Gäste aus Südafrika wandeln auf Luthers Spuren



OSTERHOLZ-SCHARMBECK. Wie fühlt sich der Alltag in Deutschland an? Wie leben die Christen hier ihren Glauben? Wie ist die Kirche organisiert? Die vierköpfige Delegation aus der südafrikanischen Kirchengemeinde Eldorado hatte diese Woche viele Fragen mit nach Deutschland gebracht. Und die Gastgeber des Partnerschaftsausschusses Schwanewede/Eldorado hatten die Antworten arrangiert: An vielen Besuchsstationen in der Region gaben sie ihren Gästen Einblicke in die deutsche Kultur und den Alltag der Kirche.


Matone Zacharias Bopape war begeistert: „Sehr gute Arbeit, wirklich beeindruckend“, lobte er die Arbeit für psychisch Erkrankte in der Tagesstätte der Diakonie in Osterholz-Scharmbeck. Auch Schulleiter Selaelo Victor Bolokas und die pensionierten Lehrerinnen Wilhelminah Mokgadi Tautswala und Vafi Dinah Mamadi sammelten Eindrücke und schlossen sich der Führung von Dörte Janoske durch die Räume an.

Hilde Hütten, Partnerschaftsbeauftragte des Ev.-luth. Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck, sowie die Ausschussmitglieder Günther Hütten sowie Reinhardt Lüllmann und Pastorin Christina Riegert hatten ein dichtes Programm am Dienstagvormittag organisiert: Der Besuch des Diakonischen Werks, eine Führung durch die St. Willehadi-Kirche und der Empfang bei Superintendentin Jutta Rühlemann brachten viele neue Eindrücke. „Es ist interessant für uns mitzuerleben, wie Sie als Christen in einer anderen Kultur Ihren Glauben leben“, sagte Rühlemann. Der Austausch bereichere den eigenen Glaubenshorizont und relativiere viele eigene Sorgen und Themen.

Wie Bopape erzählte, behauptet sich die evangelische 200 Seelen-Gemeinde Eldorado im Evangelischen Kirchenkreis Polokwane in einem schwierigen Umfeld. „Bei Ihnen ist es so friedlich, man sieht keine Polizei und keine Armut“, wunderte sich Selaelo Bolokas beim Blick auf die Straßen. In Polokwane gehöre Kriminalität zum Alltag, fast jeder Zweite sei arbeitslos, Aids eine verbreitete Krankheit. Die Schwaneweder wollen diese Not ein wenig lindern. Sie unterstützen seit Jahren 15 Kinder, deren Eltern durch Aids starben, mit regelmäßigen Spenden. Diese Aktion ist ein wichtiger Teil der Partnerschaft, die vor etwa 30 Jahren begründet wurde. Übrigens: Um das Geld von der nächsten Bank abzuholen, müssen die Südafrikaner 240 Kilometer zurücklegen. Die Kommunikation zwischen den gegenseitigen Besuchen läuft über Telefon und Fax – einen Mailanschluss gibt es nicht.

Doch auch die Glaubenspraxis, erzählten Mokgadi und Mamadi, stehe in Eldorado mächtig unter Druck. „Charismatische Bewegungen versprechen Heilungen und versuchen Gläubige von uns abzuwerben“, sagte Mokgadi. „Auch die Satanisten treiben ihr Unwesen und ziehen Menschen in ihren Bann“, ergänzte Mamadi. Von der stabilen Gemeindearbeit in Deutschland könnten sie nur träumen.

Ein Interesse stand bei den Gästen während ihres achttägigen Aufenthaltes im Vordergrund: „Wir wollen erleben, wo die Wurzeln unseres Glaubens sind und der Kultur nachspüren, in der Luther die Reformation begründet hat“, sagte Bopape. Bevor die Gäste zu den weiteren Stationen aufbrachen, darunter Landessuperintendent Dr. Hans Christian Brandy und Stadtbesichtigungen, zeigte Selaelo Victor Bolokas, wie nah er der deutschen Kultur bereits steht: „Wie haben eigentlich Bayern München gegen Manchester United und Dortmund gegen Real Madrid gespielt?“, fragte er in die Gastgeber-Runde.

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