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29.11.2011
Jahresempfang des Kirchenkreises stimmte Gäste auf die Wahl der Kirchenvorstände ein
Mit Wort und Spiel ins Ehrenamt

Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Arbeit im Kirchenvorstand ist lebendig, hat viele Gesichter, bringt viele Herausforderungen, macht Arbeit, braucht Unterstützer – und hat Zukunft. Dies zeigte der Jahresempfang des Kirchenkreises in der St. Willehadi-Kirche am vergangen Montag. Das Motto „Mitgestalten und Engagieren“ wurde vielfach in Szene gesetzt: durch den Gastreferenten Christian Weber aus Bremen, das Improvisationstheater „Playback“, Superintendentin Jutta Rühemann und die mehr als 300 Gäste.




Die Veranstaltung auf der Schwelle zum neuen Kirchenjahr stand bereits im Zeichen der Wahl der neuen Kirchenvorstände am 18. März 2012. Der Jahresempfang ist nicht nur ein Dankeschön für die Arbeit der Ehrenamtlichen in der Kirche. „Wir möchten damit auch motivieren und Zuversicht geben für die Aufgaben und Herausforderungen der Zukunft“, sagte Superintendentin Jutta Rühlemann. .

Wie wertvoll und wichtig die Arbeit im Ehrenamt der Kirche ist, zeigte Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, in seinem Vortrag über „Engagement und bürgerschaftliches Handeln“. Es sei „ein Segen, dass sich die Kirche in die Welt einmischt“, sagte Weber zu den Ehrenamtlichen und Gästen aus Politik und allen Kreisen der Gesellschaft. „Sie schenken damit Lebensbegeisterung, die andere Menschen antreibt“, sagte Weber. Dieses öffentliche Engagement der Kirche schätzten auch Menschen, die der Kirche eher fern stünden.

Weber sieht dieses Hinwendung zum Menschen im biblischen Doppelgebot der Liebe begründet: Du sollst deinen Nächsten lieben wir dich selbst. „Diese Einsicht beflügelt, sie treibt an, Gutes zu tun für unsere Mitmenschen“, rief Weber den Ehrenamtlichen zu. „Ihre Arbeit ist von unschätzbarem Wert und wird künftig noch an Bedeutung gewinnen“. Alle seien gefordert, „Solidarität mit Schwachen zu üben, soziale Standards zu wahren und mehr Verantwortung zu übernehmen“.

Dieses Engagement, so Weber, sei Ausdruck von „Selbstentfaltung, Lebendigkeit und Schaffensfreude“. Der Lohn sei „die Anerkennung und Wertschätzung, die uns von Anderen zuteil wird“. Die Ehrenamtlichen würden mit ihren Aufgaben wachsen: Globalisierung, Menschen aus anderen Nationen und die veränderte Altersstruktur der Gesellschaft seien Herausforderungen für das bürgerliche Engagement. Die Kirche kann diese Aufgaben laut Weber mit Freude angehen. Denn bereits Luther habe gewusst: „Wo Glaube ist, da ist auch Lachen.“

Mitarbeit in der Kirche hat viele Facetten. Die fünf Schauspieler des Improtheaters unter der Leitung von Katharina Witte hielten den Kirchenvorständen den Spiegel vor: spontan, lustig, hintergründig und mit Gefühl. Sie nahmen die unendliche Sitzungsarbeit aufs Korn, mimten den gestressten Workaholic, die mahnende Ehefrau und die Sticheleien der Kollegen. Der Vielredner hatte seinen Auftritt, der notorische Motzer und der Harmoniesüchtige ließen die Gäste schmunzeln. „Sie sehen, bei der Kirche geht es zu wie im richtigen Leben“, resümierte Jutta Rühlemann. Sie zeigte sich begeistert, „dass so viele Menschen dieses anspruchsvolle Amt übernehmen wollen“. Und sie wünscht sich, dass die Kirchenvorstände noch mehr über ihre Erfolge und über Gelungenes reden und sich nicht in falscher Bescheidenheit üben.

Doch was motiviert die Frauen und Männer für ihre Arbeit? Warum kandidieren sie? Irene Hüffmeier nannte gleich mehrere Gründe. „Jeder kann seine Begabungen einbringen und sagen, wo er sich besonders engagieren möchte“, sagte die Vorsitzende des Lilienthaler Kirchenvorstandes. Wer sehe, dass er geschätzt werde und in einem Team arbeite, das etwas erreichen wolle, engagiere sich mit Freude und Tatkraft. Und wer sich auf seinem Gebiet kompetent fühle, könne andere entlasten. „Es gibt immer neue Herausforderungen und wird nie eintönig“, sagte Hüffmeier.

Am eifrigsten waren die Kandidaten, als die Schauspieler die Wünschen der Gäste auf die Bühne brachten: „Harmonie, Risikobereitschaft, gute Einarbeitung, Geduld, Gespräche statt E-Mails, Mut zur Weiterentwicklung und prall gefüllte Kassen, damit wir sorglos arbeiten können“, nannten sie ihre Zukunftsansichten. Superintendentin Jutta wünschte allen Gästen ein gutes und erfolgreiches Kirchenjahr. „Seien sie gesegnet für all das, was sie tun und lassen“, leitete sie zum inoffiziellen Teil über. Und der bestand aus anregenden Gesprächen über Kirche und Welt bei Wasser, Wein und Häppchen.

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