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Kirche gestaltet weiter mit
Thematischer Kirchenkreistag packt Themen wie Finanzkrise und Demografie an
Kirchenkreis. Die ev.-luth. Kirche wird weiterhin umstrittene und kontroverse Themen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft anpacken. Und sie wird klar Stellung beziehen und die christlichen Werte in die Öffentlichkeit des Kirchenkreises tragen. Das machte der Kirchenkreistag in seiner jüngsten Sitzung deutlich.
Das Kirchenparlament und seine 69 Parlamentarier aus Kirche, Politik und Gesellschaft vertrauen auf ihre bewährte Ideenschmiede: den thematischen Kirchenkreistag. Einmal jährlich wird hier ein „heißes Eisen“ in Kirche und Gesellschaft angepackt, abseits von den üblichen Geld-, Struktur- und Personalfragen. „Wir sind mit diesem zusätzlichen Gremium einzigartig in den 58 Kirchenkreisen der Landeskirche“, sagt Eckart Richter. Er führte den Kirchenkreistag mit Schwerpunktthema bereits 2001 ein. Sechs mal hat die Runde bisher getagt, zu einem Themenspektrum vom Ehrenamt über Stellenplanung bis zum Sonntagsgottesdienst.
Der Termin für das nächste Treffen steht bereits fest: 29. August 2009. Über das Thema wurde engagiert im Kirchenkreistag diskutiert. Das Ergebnis: Die Delegierten werden sich mit kirchlicher Wertevermittlung und dem demografischen Wandel beschäftigen. Die Koordinationsgruppe soll beide Themen zu einem Vorschlag verbinden und dem Kirchenkreistag am 27. Januar vorlegen.
Der Kirchenkreistag folgte den Voten von Friedmar Tessmer und Gerhard Neuenfeldt. Tessmer spitzte die Wertediskussion auf die weltweite Finanzkrise zu. „Wir dürfen hier nicht abstrakt über Ethik sprechen, wir müssen die Chance nutzen und den Menschen zeigen, dass Kirche auf der Höhe der Zeit ist, sich einmischt, klare Positionen bezieht und zu Problemthemen wichtige Lösungsimpulse geben kann“, überzeugte Tessmer die Delegierten.
Auch Neuenfeldt will klare Aussagen statt abgehobener Diskussion über die Altersstruktur in der Gesellschaft. „Wir müssen hier rausarbeiten, was Demografie für die Zukunft der Kirche bedeutet“, sagte der Delegierte. Kirche müsse in Zeiten schwindender Mitgliederzahlen attraktiver werden und ihre Leistungen klarer profilieren, auch für die wachsende Zielgruppe der älteren Menschen. Neuenfeldt will hier die Daten der jüngsten Demografie-Studien im Landkreis und seinen Kommunen nutzen. „Hier wird bis 2020 klar gezeigt, was sich tut in der Gesellschaft und wie wir handeln müssen“.
Eckart Richter rief die Delegierten auf, die Arbeitsergebnisse in die Gesellschaft zu tragen und engagiert für die kirchliche Perspektive zu streiten. „Nur wenn wir einen klaren Standort haben, können wir etwas bewegen und Menschen gewinnen“, sagte Richter, der bis 2012 als Vorsitzender gewählt ist.
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