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21.09.2011
Kirche packt ihre Energiewende aktiv an
Fachmann lobt im Kirchenkreistag das Engagement im Kirchenkreis und regt weitere Schritte an

Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Energie und Kosten sparen, Sanierung und Photovoltaik: Der Kirchenkreis und seine 17 Gemeinden sind mittendrin in der Energiewende. Was Kirche tun kann und muss, um ihre Energiefragen zu lösen, präsentierte Reinhard Benhöfer, Energieexperte der Landeskirche, vor dem Kirchenkreistag am vergangenen Dienstag. Und er sparte nicht mit Lob für die Aktivitäten und Projekte im Kirchenkreis.


Die Energiefrage sieht Benhöfer gleich aus drei Gründen als zentrales, hochaktuelles Thema der Kirche an. „Wir haben den Auftrag, die Schöpfung zu bewahren und uns gerecht zu verhalten“. Zum Dritten könne die Kirche durch „sinnvollen Umgang mit Energie viel Geld einsparen“, das sie für die Gemeindearbeit dringend brauche. Schließlich seinen die „Energiekosten neben den Aufwendungen für Personal der größte Kostenbrocken“.

Doch wie zum Energiesparen motivieren und wo beginnen? Die Landessynode habe bereits „wichtige Impulse gegeben“, sagte der Fachreferent für Umweltschutz in der Landeskirche. Von 2005 bis 2015, so die zwei Bedingungen, sollten in Gebäuden der Kirchenkreise 25 Prozent Kohlendioxid eingespart werden und die Verschwendung bekämpft werden. Die Synode habe eigens 20 Millionen Euro bewilligt fürs Energiesparen in den Kirchenkreisen. Und diese sollten nachweisen, dass 50 Prozent der Investitionen in Pfarrhäuser fließen.

Benhöfer lobte das Engagement des Kirchenkreises und seiner Gemeinden. „Hier sind sie den übrigen Kirchenkreisen in der Landeskirche weit voraus, weil sie grundlegend und weitsichtig gearbeitet haben“. Er meinte damit die Bestandsaufnahme vor zwei Jahren durch ein Fachbüro in allen kirchlichen Gebäuden des Kirchenkreises von den Kirchen übers Pfarrhaus bis zum Gemeindehaus. Alle wichtigen Fakten und Daten von der Heizungsanlage bis zur Art der Dämmung und den aktuellen Zustand von Fenstern und Türen wurden ermittelt und ausgewertet. Zusätzlich wurden in vielen Krchenvorständen Energiebeauftragte ernannt. Zudem wird sich der Bau- und Umweltausschuss des Kirchenkreistages verstärkt mit den Energiemaßnahmen im Kirchenkreis und den Gemeinden befassen. „Weil sie die Objekte untersucht und Verbrauchsdaten ermittelt haben, können sie künftig auch sinnvoll einsparen“, sagte Benhöfer.

Er und sein Team vermitteln in Kurzschulungen, wie man bis zu fünf Prozent Energie durch effizientes Lüften und Temperaturregeln einsparen kann. „Dies sollten sie auch noch nutzen“, warb er im Kreis der Parlamentarier. Und er zeigt noch mehr Einsparpotenziale auf, etwa durch Umweltmanagement. „Hiermit können sie bis zu 20 Prozent der Kosten sparen – ganz ohne teure Investitionen“. In intensiven Schulungen würden Interessierte aus Kirchengemeinden ein Jahr lang für alle Energiefragen fit gemacht und nach EU-Norm zertifiziert.

All diese Maßnahmen, so Benhöfer, zielten auf Verhaltensänderungen, seien kostenlos und viel effizienter als Investitionen in neue Heizungen und Solaranlagen. „Leider wissen das zu wenige und verschenken daher viel Geld“, bedauerte der Energiefachmann.

Sein Tipp an das Parlament: „Verpflichten sie in den Gemeinden Ehrenamtliche für einen bestimmten Zeitraum, die ihr Schulungswissen bei ihnen einbringen“. Eckart Richter, Vorsitzender des Kirchenkreistages, rät die Kirchenvorstandswahlen am 18. März 2012 zu nutzen, um „kundige und interessierte Fachleute als Energiebeauftragte für die Kirchenvorstände gewinnen“. Hier seien die amtierenden Kirchenvorstände gefordert, um die Energieeffizienz weiter zu steigern. Auch auf politischer Ebene könnte sich die Kirche stärker engagieren. Superintendentin Jutta Rühlemann betont die Bedeutung des landkreisweiten Projektes Energiewende Osterholz 2030. „Hier könnten wir unsere Erfahrungen einbringen und mit einem Modellprojekt beitragen“.
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