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17.08.2009
Kirchentag im Rückspiegel: Wenn alle anpacken - dann gelingt das Werk!
Ein Dank von Superintendentin Jutta Rühlemann

Ein gutes Stück Spannung war schon dabei: Einmal der große Kirchentag in Bremen mit seiner Unmenge von Angeboten. Dieses Ereignis, das Vorfreude auslöste und von dem wir alle wussten: So schnell kommt der Kirchentag nicht wieder in unsere Nähe! Und dann die eigene Rolle? Kirchentag war nicht nur Bremen, sondern – ganz herzlichen Dank an unseren Bundespräsidenten für seine Geste im Eröffnungsgottesdienst! - es war auch ein Kirchentag „umzu“!

Da gab es die logistische Meisterleistung des „Bettenmachens“. Menschen zu bewegen, ihnen fremde Gäste in ihren Privathaushalten aufzunehmen, sie zu verpflegen, mit ihnen einige Tage zu leben, für sie zu sorgen. In den Schulen die Betreuung durch freiwillige Helfer für mehrere tausend Kirchentagsbesucher: Frühstück, Versorgung. Zuwendung. Und und und! Ein Dank an alle, die sich im Vorfeld und während des Kirchentages aktiv eingebracht haben! Ehrenamt ist eben unbezahlbar!

Viele von uns erlebten Begegnung mit neuen Freunden im Glauben, mit Menschen, die uns ins Gespräch kommen ließen, die als Gäste kamen und als Freunde gingen. Kirchentag war nicht zuletzt auch das Zugehen aufeinander, das Kennenlernen, das ganze andere Verstehen.

Wie auf dem Kirchentag selbst: Welche Stimmung dort. Einfach auf Wildfremde zugehen, sie ansprechen, locker mit ihnen reden – so, als würden wir unser Gegenüber schon lange kennen. Welch ein Erlebnis, die Jungen und die Älteren gemeinsam vom Bahnhof zu den Veranstaltungen ziehen zu sehen – fast ganz ohne „Stress“. Wie positiv das Bild der Helferinnen und Helfer, ohne die das eine oder andere „chaotisch“ hätte werden können. Helferinnen und Helfer – in Bremen und umzu! Auch bei uns gab es sie bei der Organisation von Veranstaltungen: Feierabendmahle, Gottesdienste, Kirchencafés. Mit wie viel Liebe und Einsatz vorbereitet und durchgeführt! Dabei wussten wir nicht einmal: Kommt überhaupt jemand zu unseren so wohl vorbereiteten Angeboten? Werden nicht alle in Bremen sein? Und wie ist das mit dem Wetter? Man weiß ja nie....! Und dann die Abende vor oder um die Kirchen herum: Viele fanden den Weg zu uns. Sie bevölkerten die Kirchencafés, sie saßen im Freien, nachdem sich am Freitagabend der Regen doch verflüchtigt hatte. Sie trotzten der abendlichen Kühle und wärmten sich an der Nähe zu anderen Menschen, die sich gemeinsam mit ihnen freuten, gemeinsam am gleichen Tisch saßen, die im Gespräch gemeinsame Erfahrungen und Gefühle austauschten.

Und dann – um nur ein Beispiel zu nennen: Eine Gospelgruppe aus Berlin, die in einem kleinen Konzert in der St. Willehadi-Kirche spontan eine „musikalische Kirchenbesetzung“ durchführte. Plötzlich war das ein ganz anderes Kirchenerlebnis. So kann Kirche eben auch sein: Das Haus Gottes „swingt“ - leider fast ein wenig zu kurz!

Dies alles wäre nicht möglich gewesen ohne die freiwilligen Helferinnen und Helfer in den Kirchen und umzu. Danke für alle, die den Kirchentag zu uns nach Hause holten und uns und unseren Gästen Gelegenheit gaben, außerhalb des „großen Trubels“ Kirchentag umzu zu erleben!

Unsere Region begab sich aber auch nach Bremen: Der Torfkahngottesdienst im Findorff- Hafen. Manch einer hatte im Vorfeld das Wort „Torfkahngottesdienst“ als folkloristische „Lederhosen-Romantik auf dem Torfkahn“ verstanden. Dass dem nicht so war, konnten die Besucher erleben: Menschen und Landschaft des Teufelsmoores in ihren sozialen Bezügen in Vergangenheit und Gegenwart – der Torfkahngottesdienst konnte sie verdeutlichen. Eingebettet in die Aussage „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Auch hier waren es viele Helferinnen und Helfer – bei der Vorbereitung und Durchführung. Eine Armada von Torfkähnen musste mit großem Aufwand aus dem Moor nach Bremen und zurück gebracht werden. Der Shanty-Chor, die Gebrüder Jehn, eine Samba-Gruppe aus Osterholz-Scharmbeck, Sprecherinnen und Sprecher, die die Texte vortrugen! Eine gelungene Einheit in der Vielfalt der Stimmen! Auch das war Kirchentag!

Manch einem war vor dem Kirchentag „schwummrig“ geworden: Die viele Arbeit, der Aufwand. Die Ungewissheit, ob alles klappt! Geht denn das wirklich gut? - Es ging gut! Wir haben es alle zusammen angepackt und die Herausforderung gemeistert. Es war nicht nur ein Kirchentag in Bremen – es war auch unser Kirchentag. Viele Helferinnen und Helfer, Geschäftsleute, die kommunalen Verwaltungen, die aktiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kirchentag als Gemeinschaftserlebnis: In Bremen und vor allem auch für uns „umzu“!

Gemeinsam wollen wir unseren Erfolg feiern: Am 23. November um 19 Uhr in der Stadthalle in Osterholz-Scharmbeck! Alle, die mitgeholfen haben, sind schon jetzt dazu eingeladen! Wir freuen uns auf Sie und Euch!

Jutta Rühlemann,
Superintendentin
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