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18.03.2008
Mitmischen in der großen Kirchenpolitik
Eckart Richter vertritt die Interessen des hiesigen Kirchenkreises in der Landessynode

Osterholz-Scharmbeck. Der Ev.-luth. Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck wird auch künftig die Kirchenpolitik der Ev. Landeskirche Hannovers in vorderster Reihe mitbestimmen. Denn Eckart Richter aus Sandhausen, Ev.-luth. Emmauskirchengemeinde, hat nicht nur die Wahl in die 24. Landessynode, das Parlament der Landeskirche, mit Bravour geschafft. Er wurde jüngst auch in drei Ausschüsse der Synode gewählt. Den ersten Auftrag aus dem Kirchenkreis hat Richter bereits im Gepäck.

Der 64-Jährige nutzt seine Startvorteile und seine Erfahrung in der Synode, die von 98 auf 75 Mitglieder verkleinert wurde und Ende Februar zu ersten Mal tagte. Denn Richter zählt zum kleinen Kreis der wiedergewählten Synodalen und weiß, wie wichtig Kontakte sind und wie er Mehrheiten organisiert. „Auch hier läuft wie in der Politik vieles über Gespräche, Instinkt und Strategie, und viele Entscheidungen werden in den Sitzungspausen und in kleinen Interessengruppen vorbereitet“, sagt Richter, der zur eher konservativen Gruppe der Lebendigen Volkskirche in der Synode gehört.

Seit 2002 hat er im Parlament und drei Ausschüssen den Strukturwandel der Landeskirche mit Personalkürzungen und schmaleren Budgets vorbereitet. Die kommenden sechs Jahre wird er – neben der Synode – im Geschäftsausschuss, dem Präsidium und dem Finanzausschuss die Weichen für die Zukunft der Landeskirche stellen. Richters Wähler werden besonders die Arbeit im Finanzausschuss verfolgen. Hier werden die Gelder für Personal und Gebäude verteilt und die Haushalte aufgestellt, bevor sie im Parlament beschlossen werden.

Richter ist zuversichtlich, dass die neue Synode neue Akzente im Strukturwandel setzen wird. „Dank der Konjunktur und steigender Steuereinnahmen könnte die Zeit der Sparsynode vorbei sein“, hofft Richter. Die große Zahl der neuen Synodalen könne man für neue Ideen gewinnen. Der erste Prüfstein hierfür wird ein Beschluss des jüngsten Kirchenkreistages sein, dessen Vorsitzender Richter ist. Richter will in der Synode erreichen, dass die von der Landeskirche angeordnete Verschmelzung der Kirchenkreisämter Osterholz-Scharmbeck, Verden und Rotenburg in Verden in Frage gestellt oder abgeändert wird.

Eckart Richter will Kirchenpolitik gestalten, die an der Basis ankommt und verstanden wird. Er sieht sich als Mittler in einer Doppelfunktion: Zum einen will er im Kirchenkreis die neuesten Pläne, Ideen und Denkmodelle bekannt machen. Zum anderen kennt er viele Entscheider, die er für die Anliegen des Kirchenkreises gewinnen kann. „Es macht mir Spaß, mitzugestalten, dass die Kirche angesichts der vielen Herausforderungen mit Zuversicht in die Zukunft blickt“, freut sich der ehemalige Verkaufsleiter auf eine ausgefüllte Woche. Drei Tage sind alleine für Kirchenarbeit reserviert.

Roland Hofer
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