Kirchenkreistag berät über E-Learning und neue Perspektiven der NachwuchsförderungKirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Wird die Konfirmandenarbeit im Kirchenkreis künftig dank PC innovativer und interessanter? Die Diakone Heiko Lucht und Hennes Wegner machten sich beim Kirchenkreistag am vorvergangenen Freitag für ein neues Projekt stark: Sie warben für die Stelle eines Kirchenkreiskonfirmandendiakons und neue Formen der Konfirmandenarbeit. Im Kirchenparlament bestand das Projekt seine erste Bewährungsprobe. Heiko Lucht skizzierte die Vorteile einer neuen Stelle: Auf Kirchenkreisebene könnten endlich die Konfirmandenarbeit und Jugendarbeit vernetzt werden. „Damit gewinnen wir mehr Jugendliche für ein längerfristiges Engagement in den Kirchengemeinden und sichern mit dieser Basisarbeit deren Zukunft“. Diese Kooperation will er mit vielerlei Aktivitäten füllen. Lucht nannte gemeinsame Events wie Thementage mit Workshops, Kirchenkino, Freizeiten, Gottesdienste, gemeinsame Schulungen oder Anerkennungspartys für Ehrenamtliche.
Im Zentrum steht ein innovatives Modell des Konfirmandenunterrichts: E-Learning, das Lernen per Computer. Konfirmanden, so Luchts Idee, könnten von zu Hause auf Unterrichtsmaterial einer eigens eingerichteten Konfirmanden-Homepage zugreifen. Die Homepage könne Forum für Veranstaltungen sowie Plattform für den Austausch und Diskussionen sein. „Das sind die Wege, auf den Jugendliche heute kommunizieren“, sagte Lucht auch im Blick auf kirchenferne Jugendliche, die man so eher einbinden könne.
E-Learning, ist auch der Schlüssel für die Finanzierung einer neuen Diakonenstelle. Denn Lucht und Wegner haben bereits beim Innovationsfonds der Landeskirche Hannovers vorgefühlt und sehen gute Chancen für eine Teilfinanzierung des Projektes. „Das Signal lautet: Die Idee ist unterstützenswert“, berichtete Lucht. Hennes Wegner erklärte, wie die Stelle finanziert werden könne. Wenn der Fonds die Hälfte der Personalkosten übernähme, blieben für fünf Jahre Laufzeit noch fast 122.000 Euro zu finanzieren. „Wir könnten diese Summe durch eine Startgebühr für Konfirmanden, einen Förderverein, eigene oder fremde Stiftungsgelder aufbringen“, rechnete Wegner vor.
Lucht und Wegner versprechen sich von diesem Projekt nicht nur frischen Wind für die Konfirmandenarbeit, neue Teilnehmer, mehr Ehrenamtliche und die langfristige Bindung Jugendlicher. Sie betonen auch den Organisationsgewinn und den Entlastungseffekt für Pastoren und Diakone in den Kirchengemeinden. Denn Jugendliche könnten in der Wissensvermittlung eine zentrale Rolle spielen. „Die können den Stoff zwar anders, aber ebenso glaubwürdig rüberbringen“. Sie könnten das Projekt über die Laufzeit von fünf Jahren hinaus beleben.
Unter den vielen Befürwortern betonten die Pastoren Andreas Otten und Eckhard Gering die „Verheißungen“ und „Entlastungsmomente“ des Projektes. „Wir müssen anders arbeiten, und das ist ein konstruktiver Vorschlag dazu“, lobte Gering. Kritische Anfragen hatte Pastor Wolfgang Preibusch: Er meint, E-Learning und das kreisweite Konzept hätten zu wenig Berührungspunkte mit dem Stil der eigenen Gemeindearbeit in der Eltern-Kind-Gruppe und dem Kindergottesdienst.
Superintendentin Jutta Rühlemann fokussierte auf die „gemeinsamen Schnittmengen“. Das flächendeckende Konzept könne die Arbeit in den Regionen und Gemeinden gut ergänzen und entlasten. Der Mehrwert liege in der dichten Verzahnung von Konfirmanden- und Jugendarbeit sowie der intensiven Begleitung Ehrenamtlicher. Diese Netzwerkarbeit setze nicht nur Kapazitäten frei und verteile die Arbeit gerechter. „Diese intensive Einbindung von Jugendlichen in ein übergreifendes Konzept ist auch ein wichtiges Stück kirchlicher Nachwuchsarbeit“.
Nach dieser ersten Beratung, so das Fazit aus dem Plenum, wird die Initiative der beiden Diakone nun in den kirchlichen Gremien beraten und weiter konkretisiert.