Wettbewerb der Stader Bibel- und MissionsgesellschaftAlljährlich initiiert die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft ein besonderes Projekt. In diesem Jahr hatte die Gesellschaft zu einem Wettbewerb aufgerufen. Unter dem Motto:
"Wir bringen die Bibel ins Gespräch" waren die gut 160 Mitgliedsgemeinden im gesamten Elbe-Weser-Raum aufgerufen, bibelmissionarische Projekte rund um die Bibel einzureichen. Das besondere dabei sollte sein: Mit diesen Aktionen rund um die Bibel sollten neue Zielgruppen angesprochen werden und sie sollten beispielhaft für andere Gemeinden sein. Insgesamt 2.000 Euro waren für die Förderung guter Projekte ausgelobt.
Vier Gemeinden aus dem Sprengel Stade wurden von der Jury mit Fördergeldern unterstützt und erhalten heute am Reformationstag ihre Preise. Denn den Reformatoren war es ja ein besonderes Anliegen, dass jeder gläubige Mensch selber in der Bibel liest, um so die Frohe Botschaft von Gottes Gnade zu hören und den Willen Gottes für das eigene Leben zu erkennen.
Mit dem
1. Preis wurde die Ev.-lutherische Ziongemeinde Worpswede bedacht. 1.000 Euro stellt die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft für das Bibelprojekt der Kirchengemeinde zur Verfügung.
Das ökumenische Projekt entstand 2009 zur 250-Jahr-Feier der Worpsweder Zionskirche. Ziel der Aktion war es, Ortsansässige wie Gäste einzuladen, an verschiedenen Orten in Worpswede eine handschriftliche „Worpsweder Bibel" auf hochwertigem Papier anzufertigen. Dieses Projekt traf auf große Resonanz. Die handschriftlichen Blätter wurden anschließend von Künstlern des Ortes illustriert, deren Arbeiten zusammen mit ausgewählten Textseiten zunächst in der Worpsweder Kunsthalle ausgestellt waren. Augenblicklich ist diese Ausstellung hier in unserem Gotteshaus zu sehen.
Mittlerweile ist das Projekt über die Grenzen Worpswedes hinaus bekannt geworden. Ein Besuch auf dem Ökumenischen Kirchentag in München, die Planungen zum Ev. Kirchentag 2011 in Dresden und Schreibstationen in vielen anderen Kirchengemeinden, darunter auch hier in der St. Wilhadi-Kirche in Stade, fügen eine Bibelabschrift zusammen, die einzigartig ist.
Nach Abschluss aller Schreibarbeiten sollen die Bilder zu den entsprechenden Textstellen einsortiert werden. Bibelhandschrift und Bilder werden dann als
Worpsweder Bibel kunsthandwerklich gebunden zu einem kostbaren Unikat.
Nun mag mancher denken: Handschriften-Bibeln gab es doch schon häufiger. Was ist daran nun besonders? Nun, die Besonderheit liegt darin, dass es sich zum einen um ein ökumenisches Projekt handelt, bei dem die gesamte Bibel abgeschrieben werden soll und zum anderen in Verbindung von Kunst und Bibel an diesem besonderen Künstlerort Worpswede. Kunst und Religion sind durch die Jahrhunderte hindurch oft eine sehr fruchtbare Beziehung eingegangen, denn sowohl die Kunst als auch die Religion weisen über sich hinaus ins Transzendente hinein. Sie sind nicht zufrieden mit dem, was vor Augen ist, sie überschreiten die Grenzen des Vorfindlichen und finden sich nicht einfach ab mit den Missständen dieser Welt. Und so ergänzen und kommentieren Bilder ganz wunderbar die Abschrift einer Bibel.
Der 2. Preis mit einer Fördersumme von 600,- € geht an die Dom-Kirchengemeinde in Verden.Im Verdener DomGemeindeZentrum wird im Kleinen Saal in Zusammenarbeit mit dem „Eine Welt Laden“ ein
Domcafé eingerichtet. Im selben Raum entsteht eine Papier- und Druckwerkstatt, deren Besonderheit eine alte
Gutenberg Druckerpresse ist, auf der Bücher wie zu Luthers Zeiten gedruckt werden können. Jugend- und Konfirmandengruppen, Schulklassen, aber auch Erwachsene haben die Möglichkeit, bei Werkstatttagen Teile der Bibel zu drucken und so eine ganz persönliche Beziehung zu biblischen Geschichten zu erlangen.
So wird mit diesem Projekt ein neuer und besonderer Zugang zur Bibel, zu biblischen Geschichten und zur Kulturtechnik des Buchdruckes und Lesens gefördert. Die Teilnehmenden der Werkstatttage kommen mit „Hand und Verstand“ mit der Bibel in Kontakt, die Aufnahme der Texte erfolgt nicht nur intellektuell, sondern auch sinnlich. Auch dieses Projekt ist gut geeignet, die Bibel ins Gespräch zu bringen. Einen herzlichen Glückwunsch den Preisträgern!
Mit einer
Summe von 200,- € wird als dritte Preisträgerin die Kirchengemeinde Elm mit ihrem Projekt
„Pfad der Versöhnung“ geehrt.
Die Kirchengemeinde und die Grundschule Elm entwickelten gemeinsam diesen „Pfad der Versöhnung“, einen etwa 2,5 Kilometer langen Weg, der gesäumt wird mit 40 von Kindern und Jugendlichen selbst erstellten Tafeln zum Thema
Gewaltverzicht. Pastor, Kirchenvorstand und Schulleitung hatten sich seit dem Sommer 2009 gemeinsam mit diesem wichtigen Thema beschäftigt.
„Die Schulleiterin der Grundschule Elm, Frau Köster stand dem Vorhaben sehr interessiert gegenüber und auch die Religionslehrerin der Grundschule Elm war gerne bereit, dieses Projekt mit allen Elmer Schulkindern in ihren Klassen durchzuführen. Vom Kirchenvorstand engagierte sich die KV-Vorsitzende Frau Meyer für diese Idee, “ berichtet Pastor Gerd Heibutzki über die Anfänge des gemeinsamen Vorhabens. Im November 2009 starteten die Vorbereitungen für die Erarbeitung der Themen. Die Durchführung begann dann im Januar mit den Konfirmanden der Kirchengemeinde, die sich mit Themen wie der Bergpredigt Jesu, der Passion oder dem Bekehrungserlebnis des Paulus auseinander setzten.
Hervorzuheben an diesem Projekt ist, dass Kirche und Schule sich gemeinsam auf den Weg machten, um biblische Themen zu erarbeiten und zu veröffentlichen. Auch an die Kirchengemeinde Elm ein herzlicher Glückwunsch!
Die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft hat auch einen Sonderpreis vergeben. Er geht an die
Ev. Kirchengemeinde Kirchtimke, der
30 Bibeln der "Pioch-Kinderbibel" für ihre Konfirmandenarbeit überreicht wurden.
Die Arbeit der Kirchengemeinde bezieht im Konfirmandenunterricht die Eltern mit ein. Nach Möglichkeit sollen die Jungen und Mädchen in kleinen Gruppen in ihren Dörfern unterrichtet werden. Zunächst kommen die Kinder im Gemeindehaus in einer großen Gruppe zusammen, der Ortspastor führt in das neue Thema ein und die beteiligten Eltern treffen sich zur Vorbereitung der nächsten Stunden. Dann schließen sich weitere Treffen in Kleingruppen in den Dörfern mit Elternbeteiligung an. Alle Kinder sind herzlich zum Kindergottesdienst eingeladen.
Zu Beginn der Konfirmandenzeit bekommt jedes Kind eine Kinderbibel geschenkt. Die Stader Bibel- und Missionsgesellschaft unterstützt dieses Projekt mit 30 Kinderbibeln und gratuliert herzlich mit einem Sonderpreis!
Die Preisverleihung fand während des Reformationsgottesdienstes in der Stader St. Wilhadikirche statt. Landessuperintendent Dr. Christian Brandy sprach die Laudatio. Superintendent Dr. Thomas Kück überreichte als Vorsitzender der Stader Bibel- und Missionsgesellschaft die Urkunden.

V. links n. rechts: Superintendent Dr. Thomas Kück (Stade)
Pastor Gerd Heibutzki (Kirchengemeinde Elm)
Landessuperintendent Dr. Christian Brandy (Stade)
Alexandra Schwiering (stell. Vorsitzende Kirchenvorstand Kirchtimke)
Diakon Christian Wietfeld (Domgemeinde Verden)
Detlef Schobeß (Kirchenvorstand Ziongemeinde Worpswede)