Jugendliche inszenieren in St. Willehadi das Kirchentagsmotto und werben für Fahrt zum Glaubensfest
Osterholz-Scharmbeck. So fühlt sich Kirchentag an: Mit A-cappella-Klängen, Stegreif-Theater, szenischen Collagen und aktuellen Infos wehte am Montag der belebende Geist des Kirchentags durch die St. Willehadi-Kirche von Osterholz-Scharmbeck. Mehr als 200 Gäste erlebten die abwechslungsreiche Auftaktveranstaltung des Kirchenkreises zum Kirchentag in Dresden (1. bis 5. Juni 2011). Die Botschaft: Der Kirchentag öffnet Horizonte und macht Freu(n)de. Der Kirchenkreis fährt hin und nimmt Gäste mit. Die 29 Jugendlichen machten den Altarraum 100 Minuten lang kurzerhand zur Theater- und Musikbühne, auf der sie das Kirchentagsmotto „…da wird auch dein Herz sein“ variantenreich inszenierten. Imp(r)osan(k)t, die acht Stegreif-Akteure von St. Willehadi, ließen sich von Stichworten aus dem Publikum inspirieren. Passend zu Herzstichen, Herzschmerz, Liebe und Leid zeigten sie gebrochene Herzen in der Zweierbeziehung, während im Hintergrund ein verwundeter Amor seine Pfeile abschoss, oder versuchten ideenreich wie mühevoll Freunden ihr Herz in Luftballonform zu schenken.
Woran hängt unser Herz auf Erden? Die 19 IGS-Schüler des Kurses „Darstellendes Spiel“ unter Leitung von Beate Elsken begeisterten mit einem furiosen Collagenmix aus der Jugendszene. In 13 Bildern ließen sie ihre weltlichen „Götter“ aufleben, die viele Herzen bewegen und besetzen: Kids himmeln ihren Star (auf der Kanzel) an, die Fußballer auf dem Schirm werden zu Halbgöttern, Handy und PC sind Kult und unverzichtbar, der proppevolle Terminkalender macht wichtig und abhängig, Musik und Diamanten faszinieren und besetzen die Sinne. Mit dem Auto als vergöttertem Statussymbol rast die Gruppe schlangengleich durch den Kirchenraum, trägt dann in stiller Eintracht die Weltkugel auf Händen, das Symbol für Frieden, Menschlichkeit und Zukunftshoffnung.
Dazwischen unterhielt das A-cappella-Quartett der IGS „Angeblich erträglich“ die Gäste mit Klassikern wie „Hit the Road, Jack“ oder witzigen Songs wie „Monamuh, du bist meine liebste Kuh“.
„Danke, dass Ihr uns reingenommen habt in den Kirchentag“, wandte sich Superintendentin Jutta Rühlemann an die Akteure. Das Kirchentagsmotto sei ein Teilsatz des Matthäuszitats „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“. Allerdings sei es für viele schwierig, die himmlischen Schätze von den irdischen zu unterscheiden. „Guckt, worauf Ihr baut und fragt Euch: Tut das den Himmel auf, erweitert es den Horizont und bringt es neue Perspektiven?“, rief sie in den Kirchenraum. Diese Neuorientierung bringe Spannungen, „doch der Kirchentag ist ein Forum, diese spannenden Fragen zu gestalten, die Perspektiven offen zu halten für uns und die Erde – mit viel Freude, Fragen und Lebenserfahrung“. Sie lud alle Gäste ein, sich der Gruppe des Kirchenkreises nach Dresden anzuschließen.
Birgit Spörl und Stefan Krüger gaben weitere Infos. Die Pastorin organisiert für Erwachsene die Fahrt im Sonderzug und die Übernachtung in Privatquartieren. Diakon Krüger fährt zum Schnäppchenpreis mit Jugendlichen in Sonderbussen und managt die Unterbringung in Gemeinschaftsquartieren. Das Eintreffen der Anmeldeunterlagen und die Termine der Infotreffen würden in der Presse und im Gemeindebrief bekanntgegeben. „Sie können sich dann spontan anmelden - erleben Sie mit uns den Kirchentag mit seinen rund 3000 Veranstaltungen, leben Sie den Glauben, feiern Sie die Gemeinschaft und freuen Sie sich auf interessante Begegnungen“, warb die Ritterhuderin.
Was von Herzen kam, ging auch zu Herzen. Das Publikum spendete lang anhaltenden Applaus und sparte nicht mit Lob. „Toller Gesang und klasse Choreografie“, lobte Edith Gehlken das Quartett und die IGS-Akteure. Nurcan Thorenz und Anneruth Schulze-Gering waren vom „Engagement der Jugendlichen und der Vielfalt der Ideen zum Kirchentagsmotto“ angetan. Die beiden Frauen aus Osterholz-Scharmbeck fahren mit der Gruppe des Kirchenkreises nach Dresden und freuen sich auf „die Gemeinschaft, neue Denkanstöße und das vielseitige Kulturprogramm“.
Viele Gäste kamen anschließend bei Glühwein, Gebäck und Muffins ins Gespräch. Sie vertieften die Eindrücke, tauschten Erfahrungen aus und informierten sich über die Sonderfahrten des Kirchenkreises.
