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26.09.2009
Säufst du noch oder lebst du schon?
Ein Kater ist kein schönes Haustier

„Alkohol wird doch schon seit Jahrhunderten getrunken und hat auch unterschiedliche kulturelle Gewichtung. Aber ja doch, ein Kater ist wohl ein schönes Haustier.“

So weit so gut – gut ist es nicht mehr, wenn Alkohol getrunken wird, um besser in der Clique dazustehen, um die anderen zu beeindrucken oder um mitzuhalten. Gut ist es nicht mehr, wenn ich nur mit Hilfe von Alkohol mich lockerer fühle, damit ich dann z. B. auf der Beachparty ohne Hemmungen andere ansprechen mag. Oftmals wird immer noch einer draufgekippt, es gibt keine Grenzen mehr, obwohl der Zustand schon jenseits von Gut und Böse ist, nicht mehr unter Kontrolle.

Muss das so sein? Das Leben hat Höhen und Tiefen – das hat sicherlich schon jeder junge Mensch gespürt/erleben dürfen. Einige haben es nicht lernen können, gerade diese Tiefen des Lebens auszuhalten und mit ihnen umgehen zu können.

Wenn diese Menschen es weiterhin nicht lernen, brauchen sie den Alkohol als Krücke, um ihr Leben zu bewältigen.

Mal ehrlich, es ist doch unglaublich, wie Alkohol unsere Sinne beeinflussen kann – auch dieses hat sicherlich jeder junge Mensch schon erlebt. Irgendwie ist man wie losgelöst, hemmungsloser und mutiger. Dieses Erlebnis speichern wir ab und möchten eigentlich dieses Gefühl immer so spüren. Aber es fühlt sich nur bis zu einem gewissen Punkt so toll an, denn irgendwann lässt die Wirkung nach – ach herrje und schnell hinein mit dem nächsten Drink, um wieder dieses besondere Gefühl zu bekommen. Tja, dem ist aber nicht so – es setzt nicht ein wie vorher (ein Mediziner könnte nun den chemischen Prozess super erklären). Also wird in den meisten Fällen weiter getrunken – kann doch nicht sein...

Und der Tag danach – der könnte so aussehen: Den Tag verschlafen, das Gefühl des Verdurstens, Kopfschmerzen, Gefühl, dass der Kopf angeschwollen ist, Übelkeit, „bloß keinen Krach und bitte alles etwas langsamer“ – dann spricht man vom Kater. Es wird erst alles wieder gut, wenn der Kater in Form von vier Pfoten daher kommt!

Heide Brunken von der Fachstelle für Sucht und Suchtprävention des Diakonischen Werkes, Osterholz-Scharmbeck, Telefon: 04791 - 80684
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