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05.09.2010
Woche der Diakonie 2010: Jugendliche bekommen eine Chance
„Ich werde nicht Hartz IV!“

Marcel war froh, als die Schule vorbei war. Endlich etwas Praktisches tun. Über 75 Bewerbungen schrieb er, doch nicht mal zu einem Vorstellungsgespräch reichte es. Zuhause war ziemlich dicke Luft, weil er so viel vor dem PC hockte. Was sollte er auch den ganzen Tag tun? Dann traf er den Pastor, der ihn konfirmiert hatte. Der meinte, er solle doch mal in der Jugendwerkstatt nachfragen. Nach einem Gespräch dort bot man ihm an, in der Fahrradwerkstatt zu arbeiten. Das war genau sein Ding: Schweißen und Schrauben. Das erste Hollandrad, das er wieder auf Vordermann brachte, schenkte er seiner Freundin zum 18. Die staunte nicht schlecht.

Die Woche der Diakonie 2010 rückt das Leben von Jugendlichen in den Mittelpunkt. Zum einen erscheint die Jugend als etwas Wunderbares. Sie birgt so viele Möglichkeiten, sie ist voller Kraft für etwas Neues. Sie setzt Pflöcke für den weiteren Lebensweg. Zum anderen aber ist diese Lebensphase geprägt von vielen Unsicherheiten. „Ich werde Hartz IV“ sagen Jugendliche und fürchten, dass sie kaum Chancen auf einen guten Berufsstart haben. „Glaub an mich. Diakonie“ steht deshalb auf dem Plakat. Jugendliche brauchen ein starkes Vertrauen – in sich und in die Zukunft. Die Gemeinschaft soll ihnen etwas zutrauen und sie ermutigen.

Die Diakonie schafft dafür Möglichkeiten. Sie bietet eine breite Palette an Hilfen an, damit sich Heranwachsende entsprechend ihrer Begabungen entwickeln können. Die Diakonie in Niedersachsen betreibt 28 Jugendwerkstätten, damit Jungs wie Marcel eine Chance bekommen. Die Diakonie macht jährlich mehr als 2.500 schwer vermittelbare Arbeitslose fit für den Arbeitsmarkt. Rund 400 Jugendliche ohne Schulabschluss erhalten eine Ausbildung oder ausbildungsbegleitende Hilfen. Die Angebote reichen von Bildungseinrichtungen über Patenschaften für Langzeitarbeitslose bis hin zu Projekten für Schulverweigerer. Arbeitssuchende können sich auf das Berufsleben vorbereiten, Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit erwerben sowie ihre Fähigkeiten testen. Die Diakonie glaubt an Jugendliche, an ihre Gaben und ihren Beitrag fürs Zusammenleben.

Die Woche der Diakonie 2010 will zeigen, dass Jugendliche eine Chance verdienen und bekommen. Die Diakonie konnte Marcel helfen. Viel gibt es noch zu tun. Deshalb: „Menschlichkeit braucht Ihre Unterstützung.“
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