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05.03.2008
Zukunft gestalten auf gleicher Augenhöhe
Kirchenkreistag trägt neues Amt in Verden mit und regt Sozialfonds für Mitarbeiter an

Schwanewede. Die dicke „Nuss“ ist geknackt, und der Ev.-luth. Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck kann wieder durchatmen: Die hiesigen Kirchengremien werden mit den beiden Kirchenkreisen Verden und Rotenburg verhandeln, wie die drei Verwaltungszentralen verschmolzen werden. Ein gemeinsames Kirchenkreisamt soll in Verden bis zum 1. Januar 2010 aufgebaut werden.

Der Kirchenkreistag hatte in nichtöffentlicher Sitzung am Dienstag diesen Weg beschlossen. „Wir müssen unsere Zukunft aktiv mitgestalten und unsere Interessen jetzt auf Augenhöhe einbringen“, erklärte Jutta Rühlemann im Pressegespräch den neuen Schritt. Gleich drei Seiten hatten Handlungsdruck aufgebaut: der Sparbeschluss der Landessynode, das „Ja“ des Landeskirchenamtes für Verden und der Verhandlungsvorsprung zwischen Verden und Rotenburg.

Länger als ein Jahr hatten alle Gremien des Kirchenkreises und seiner 17 Kirchengemeinden demokratisch um einen Konsens gerungen. „In dieser Informations- und Diskussionskultur haben wir nun die bestmögliche Lösung gefunden“, lobte Rühlemann das Engagement der Haupt- und Ehrenamtlichen.

Auch im Umgang mit den Mitarbeitern zeigt die Kirche ihr Profil. „Wir werden durch die Fusion keinen der 15 Beschäftigten des Kirchenkreisamtes entlassen“, sagte Rühlemann. Gleich zwei Beschlüsse des Kirchenkreistages regen einen Sozialfonds an, der die Nachteile der Mitarbeiter abfedert. Denn diese werden durch höhere Fahrtkosten und Wegezeiten belastet.

Gleichzeitig zu den Fusionsverhandlungen verfolgt der Vorsitzende des Kirchenkreistages, Eckart Richter, eine ergänzende Strategie. Als Präsidiumsmitglied der Landessynode sieht er Chancen, dass die neue Synode ihren strikten Sparkurs korrigiert und die Fusionspläne generell überdenkt. „Wir haben gute Argumente für einen Neuansatz: Die Fusion bringt nur acht Prozent Kostenvorteile, und wir brauchen im Strukturwandel der Landeskirche eine Verwaltung vor Ort“, sagte Richter.

Jutta Rühlemann erhofft sich vom Landesparlament „eine kritische Begleitung“ der anstehenden Verschmelzung. Sie stellte im Kirchenkreistag ihre Pläne für eine neue Arbeitsgemeinschaft vor. Mehrere Gremien sollen hier klären, welche Aufgaben, Themen und Interessen der Kirchenkreis in die Fusionsverhandlungen einbringt. „Den Rahmen haben wir geschaffen, nun geht die Arbeit richtig los“.

Die Existenz des Kirchenkreises, so Jutta Rühlemann, sei dauerhaft gesichert. Auch die Gremienarbeit werde weiter vor Ort stattfinden. Das jetzige Amtsgebäude bleibt in Kirchenhand. „Wir werden ein künftiges Nutzungskonzept erarbeiten“, sagte die Superintendentin.

Der neue Konsens schafft nicht nur Planungssicherheit für die verunsicherten Mitarbeiter. Er ist der zweite große Beitrag des Kirchenkreises zum Strukturwandel der Landeskirche. Im November 2007 wurde der Stellenplan bis 2012 festgeschrieben, die Nutzung der Kirchengebäude wird die Gremien als nächstes beschäftigen.
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