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Zur Besinnung kommen - Worte zum Advent von Jutta Rühlemann
Festlich geschmückt sind Straßen und Plätze, hell strahlen Fenster, in den Gärten blinkt und funkelt die Dekoration. Kekse und Stollen sind gebacken und gekauft, Adventskalender gepackt und bestückt, Adventskränze sind gebunden, Kerzen aufgesteckt. Sterne, Lichterketten und Weihnachtspyramiden sind hervorgeholt. Einladungen zu Adventsfeiern sind geschrieben, Geschenke für´s Wichteln sind besorgt, Verabredungen zum Adventsbrunch und Adventskaffee sind organisiert, die Liste für Besuche auf den Weihnachtsmärkten steht.
Eine betriebsame Zeit, diese Adventszeit. Mein Eindruck ist: Vorbereitungen und Organisation, Absprachen und Einkäufe rücken zeitlich immer weiter nach vorn und werden aufwendiger. Wir geben uns viel Mühe, damit aus der Adventszeit eine besondere Zeit wird, die sich unterscheidet von den anderen Zeiten des Jahres.
Für mich liegt das Besondere der Adventszeit in ihrer Aufforderung zur Besinnlichkeit. Zur Besinnung kommen – das ist für mich eine schöne Umschreibung für Advent. Leider geht das oft unter in unserer Betriebsamkeit.
Der Humorist Karl Valentin hat diesen Satz gesagt: Heute besuch´ ich mich. Hoffentlich bin ich daheim. Bei all den Vorbereitungen wäre es in der Tat schade, wenn wir uns selbst verpassen oder uns nicht antreffen, weil wir gestresst und abgehetzt sind, weil wir zu vieles uns vorgenommen haben. Dann sind unsere Sinne nicht offen, Ohren und Augen, Mund und Nase, Leib und Seele sind abgelenkt und zu beschäftigt. Es braucht die Besinnung, es braucht das Treffen mit uns selbst. Erst dann können wir erleben: Gott will mit uns sein.
So sagt es der Prophet Sacharja: Siehe, Dein König kommt zu Dir, ein Gerechter und ein Helfer.
Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Adventszeit.
Jutta Rühlemann Superintendentin des Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck
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