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10.01.2012
Worpsweder Festwoche zur Einweihung der neuen Ahrend-Orgel (7. Abend)
Datum: 11.03.2012
Uhrzeit: 17:00 Uhr
Ort: Zionskirche Worpswede

Potraitkonzert Sofia Gubaidulina (Komponistin ist anwesend)

Ulrich Istfort - Violine
Friedrich Gauwerky - Violoncello
Stefan Hussong - Bajan
Moritz Schott – Orgel

„in croce" für Violocello und Bajan
„Hell und Dunkel für Orgel“
„de profundis" für Bajan
„freue dich !" für Violine und Violoncello
„silenzio" für Violine , Violoncello und Bajan

Eintritt: 20 Euro, ermäßigt 12 Euro
2 € Abocard Rabatt

Karten bei Nordwest Ticket 0421-363636 sowie allen angeschlossenen Verlagshäusern des Weserkuriers

Sofia Gubaidulina ist in der Stadt Tschistopol der Tatarischen autonomen Republik in einer tatarisch-russischen Familie geboren worden. Ihr Vater, Gubaidulin Asgat Masgudowitsch, war Ingenieur-Geodät. Die Mutter, Gubaidulina Fedossija Fedorowna, geb. Jelchowa, war Lehrerin. Der Großvater, Masgud Gubaidulin, war Mullah. Gubajdulina selbst bekennt sich zum Russisch-Orthodoxen Glauben. Im Jahre 1932 übersiedelte die Familie nach Kasan. Gubaidulina studierte Komposition und Klavier am Konservatorium von Kasan und führte nach dem Abschluss 1954 ihre Studien in Moskau bis 1963 fort. Als Studentin wurde sie mit einem Stalin-Stipendium ausgezeichnet. Während dieser Studien wurde ihre Musik als "pflichtvergessen" bezeichnet, aber Dmitri Schostakowitsch ermutigte sie, ihren "Irrweg" fortzusetzen.

In der Mitte der 1970er Jahre gründete Gubaidulina gemeinsam mit den Komponisten Viktor Suslin und Wjatscheslaw Artjomow das Ensemble Astreja, das auf Instrumenten der russischen Volksmusik improvisierte.

Ihr Erfolg im Westen wurde vor allem von Gidon Kremer unterstützt, der ihr Violinkonzert Offertorium 1981 uraufführte. Seit zwei Jahrzehnten gehört Sofia Gubaidulina, zusammen mit Alfred Schnittke und Edisson Denissow, zu den führenden, weltweit anerkannten Komponisten Russlands der Ära nach Schostakowitsch.

Im Jahr 2000 erhielt Gubaidulina, gemeinsam mit Tan Dun, Osvaldo Golijov und Wolfgang Rihm von der Internationalen Bachakademie Stuttgart einen Kompositionsauftrag zum Projekt Passion 2000 (im Gedächtnis von J. S. Bach). Ihr Beitrag war eine Johannes-Passion. 2002 folgte die Komposition Johannes-Ostern. Beide Werke bilden ein Diptychon über Tod und Auferstehung Christi; das umfangreichste Werk Gubaidulinas bisher. Das 2. Violinkonzert "in tempus praesens" ist Anne-Sophie Mutter gewidmet. 2003 war sie auf Einladung von Walter Fink die erste Frau, die beim jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival 2003 auftrat.

Sofia Gubaidulina lebt seit 1992 in Deutschland und wohnt in Appen (Kreis Pinneberg). Sie ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, der Freien Akademie der Künste in Hamburg sowie der Königlich Schwedischen Musikakademie Stockholm sowie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters. Im Jahre 1990 wurde sie zum Mitglied des Komitees für Verleihung der Lenin-Preise ernannt. Im Jahre 1999 wurde sie in den Orden „Pour le mérite“ aufgenommen. Seit dem Jahre 2001 ist sie Ehrenprofessorin des Konservatoriums von Kasan, seit 2005 auch an den Konservatorien von Beijing und Tianjin.


Ulrich Isfort, geb. 1967, studierte bei Adolphe Mandeau (Essen) und Rosa Fain (Düsseldorf).

Als Primarius des Minguet Quartetts,das er 1988 gründete ist er seither regelmäßig Gast auf nationalen und internationalen Bühnen wie der Berliner und Kölner Philharmonie, der Wigmore Hall, London und bei Festivals wie den Salzburger Festspielen, dem Bergen international Festival u.a.

Neben dem klassisch-romantischem Repertoire gilt sein besonderes Interesse der zeitgenössischen Musik. So ist ein besonderes Projekt die Einspielung der Streichquartette von Wolfgang Rihm, deren Vol.4 soeben erschienen ist.

Friedrich Gauwerky wurde in Hamburg geboren. Sein Debüt gab er bereits im Alter von zwölf Jahren, mit siebzehn erhielt er den Preis des Philharmonischen Orchesters Hamburg. Er besuchte die Celloklasse von Siegfried Palm, dessen Assistent er später wurde, und unterrichtete ab 1978 an der Musikhochschule Köln, daneben regelmäßig bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik. Gauwerky war erster Cellist des Frankfurter Ensemble Modern und des australischen Elision Ensemble.

Weltweite Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker sowie als Solist mit Sinfonieorchestern, Rundfunk- und Fernsehproduktionen in Europa, den USA, in Asien und Australien. LP- und CD-Produktionen für Firmen wie der Deutschen Grammophon Gesellschaft, Ricordi, Edition M.F. Bauer, ABC Classics und andere. Lehrtätigkeit an verschiedenen Musikhochschulen, u.a. an der Musikhochschule Köln, der Royal Academy of Music London, der University of California und der University of Adelaide.

Gauwerky ist keiner Schule oder Bewegung zuzurechnen. Als freier Geist kennt er keine nationalen Vorlieben und fühlt sich ebenso heimisch in England, China, Amerika oder Australien, wie in Köln, wo er lebt. Er möchte keinesfalls nur in die Schublade "New Complexity" gesteckt werden, obgleich er ein meisterhafter Interpret von Werken dieser Richtung ist. Sein umfangreiches Repertoire umfasst Werke der neuen und der neuesten Musik, aber auch des Barock, der klassischen und der romantischen Epoche: Bach, Beethoven, Mendelssohn Bartholdy und Brahms ... und Reger.

Moritz Schott wurde 1979 in Hamburg geboren und erhielt seinen ersten Klavierunterricht im Alter von sechs Jahren. Nach Abitur und Zivildienst in Hamburg absolvierte er zunächst ein Kirchenmusikstudium in Köln und studierte anschließend Orgel in Hamburg, Paris (CNSMD/Erasmus) und Leipzig (Konzertexamen 2011). Zu seinen Lehrern gehörten u.a. Nella Jussova und Carol Tainton (Klavier), LKMD Wulf, Christoph Schoener und Manuel Gera, Johannes Geffert (Köln), Pieter v. Dijk und Wolfgang Zerer (Hamburg), Michel Bouvard und Olivier Latry (Paris) und Stefan Engels (Leipzig).

Weitere Anregungen kamen durch Meisterkurse u.a. bei Jon Laukvik, Harald Vogel und Michel Chapuis.

Zur Zeit ist Moritz Schott in der Meisterklasse der Hochschule für Musik und Theater „Felix-Mendelssohn-Bartholdy“ zu Leipzig, wo er nun auch im Rahmen eines Tutoriums unterrichten wird.

Als Kirchenmusiker und Organist war Moritz Schott ab 2002 zunächst an der Kölner Kreuzkirche, ab 2005 an der Paul-Gerhardt-Kirche zu Hamburg-Winterhude tätig. Von 2007 bis 2010 verband ihn außerdem eine enge Zusammenarbeit mit Ulrich Kaiser und dem Neuen Knabenchor Hamburg, den er regelmäßig bei Auftritten begleitete und mit dem 2008 eine gemeinsame Weihnachts-CD erschienen ist.

Seine Konzerttätigkeit als Solist und Begleiter, Einladungen zu großen Konzertzyklen und Festivals, sowie Erfolge bei Internationalen Wettbewerben, führen ihn über die Grenzen Deutschlands hinaus in große Zentren der Orgelmusik. 2009 zum Beispiel trat er u.a. im „Internationalen Orgelsommer“ St. Petri / Hamburg auf und gewann beim 6. Internationalen „Tariverdiev“-Orgelwettbewerb in Kaliningrad den 2. Preis, einen Preis der Orgelbaufirma Schuke (Potsdam) und - als Auszeichnung für die beste Finalrunde im „Königsberger Dom“ - eine Einladung der Philharmonischen Schostakowitsch Gesellschaft für einen Soloabend in der Sankt Petersburger Philharmonie, der am 16.4.2011 stattfand.

Stefan Hussong, in Köllerbach an der Saar geboren, ist Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes, des DAAD, der Akademie Schloss Solitude und der Kunststiftung Baden-Württemberg. 1987 erhielt er den ersten Preis beim International Gaudeamus Interpreters Competition für zeitgenössische Musik.

In der Kategorie "Bester Instrumentalist des Jahres" wurde Hussong 1999 der Echo Klassik Preis der Deutschen Phonoakademie verliehen. Seine bei DENON erschienene Solo-CD mit Werken von John Cage wurde im selben Jahr als "Best record of the year" ausgezeichnet. Mehr als 80 ihm gewidmete Werke wurden durch Stefan Hussong uraufgeführt, bislang über 25 - teilweise mehrfach prämierte - CD`s von ihm eingespielt.

Hussong konzertierte u.a. zusammen mit dem Orchestre de la Suisse Romande, der Musikfabrik Nordrhein-Westfalen, dem Ensemble Intercontemporain, dem Ensemble Modern, dem Klangforum Wien, dem Rundfunk Symphonieorchester Saarbrücken und der Tokyo Shin Nippon Philharmonie.

Er ist Professor für Akkordeon und Kammermusik an der Musikhochschule Würzburg.
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