Für Geist und Seele

Andacht zur Zukunftssynode (Merle Gabarde)

Lied: Take on me

Musik ist wie eine Sprache, die wir verstehen. Musik löst die unterschiedlichsten Gefühle in uns aus. Und Musik verbindet. Das haben wir vermutlich alle schon erlebt: auf Konzerten, beim Singen mit der Familie, auf Freizeiten, im Gottesdienst oder vielleicht auch eben bei unserem gemeinsamen Singen. Ja, Musik verbindet. Take on me, veröffentlicht im Jahr 1985 von der norwegischen Popgruppe a-ha. Einige werden sich erinnern. Ich natürlich eher nicht. Ich hätte nicht sagen können, wann das Lied rauskam oder welche Band es spielte. Die Eckdaten sind vielleicht aber auch gar nicht so wichtig. Wenn ich Take on me höre, bekomme ich gute Laune und spätestens beim Refrain singe ich mit und beim höchsten Ton angekommen, quietsche ich spätestens so mit wie all die anderen, die um mich herumtanzen. Mir scheint es so, als blieben einige Dinge zeitlos, weil sie über viele Generationen und Geschmäcker hinweg gefallen. Musik verbindet. Sie scheint etwas Inneres anzusprechen, wie auch der Glaube es tut. Gott spricht uns alle an, vermutlich auf ganz verschiedene Arten und Weisen. Gott verbindet uns alle zusammen in einem Glauben. Und mit der Vielfalt unserer Stärken und Vorstellungen streben wir vermutlich alle nach einem ähnlichen Ziel, nämlich danach, das Gefühl zu erhalten, das Gott uns gibt und dieses als Gemeinschaft hinauszutragen in die Welt.

Wir schließen uns gemeinschaftlich zusammen, um bedeutende Entscheidungen für unser kirchliches Leben zu treffen. Diese Gremien haben Namen, wie Kirchenkreissynode oder Kirchenkreisjugendkonvent. Das heutige Treffen hat einen anderen, einen neuen Namen erhalten und das hat auch einen Hintergrund. Zunächst stand der Projektname Jugendsynode im Raum. Wir haben uns jedoch gemeinsam gegen diese Bezeichnung entschieden. Jugendsynode klingt so als wäre diese Veranstaltung nur für die Jugend und ja, die jungen Menschen dieses Kirchenkreises haben diesen Tag zu einem Großteil vorbereitet und dürfen präsenter sein als gewohnt, aber heute soll es nicht nur um die jungen Erwachsenen, sondern genauso um die älteren Erwachsenen gehen. Wir kommen hier als Gemeinschaft zusammen, als große Gemeinde, die wir alle gemeinsam und gleichberechtigt bilden. Zusammen möchten wir darüber nachdenken, wie unsere Kirche ist und wie sie in der Zukunft sein soll. Deshalb sind wir heute hier und tun uns in der Zukunftssynode zusammen.

Sich gegenseitig wahrnehmen, miteinander ins Gespräch kommen und Gehör finden in einem freundlichen Miteinander. Auf die Erfahrungen und Ideen des Gegenübers vertrauen und sie nicht gleich beiseite schieben, sich wertschätzen.

Gemeinsam den Weg in die Zukunft der Kirche bestreiten, um durch die verschiedenen Bereiche des kirchlichen Lebens die Möglichkeit zu erhalten, die Kraft, die der Glaube in sich trägt, für die Menschen greifbar zu machen.

Über die letzten Jahre ist Kirche für mich ein Zuhause geworden. Zu Hause sind wir offen, diskutieren, haben den Raum, auch mal launisch zu sein, streiten über politische Themen oder den Musikgeschmack und erfahren gleichzeitig Liebe und Anerkennung. All diese widersprüchlichen Gefühle und Versionen unserer selbst haben in diesem geschützten Zuhause ihren Platz. Ich verbinde mein Zuhause mit einer großen Ehrlichkeit. Alles Positive und auch Negative erreicht mich dort und trotz aller Angreifbarkeit schätze ich das ungemein. Ein respektvoller, wertschätzender Umgang neben der Ehrlichkeit. Das wünsche ich mir für das kirchliche Leben, in dem ich mich so heimisch fühle, sehr und freue mich auf alles, was ich dahingehend erleben darf.

 

Moment mal

Erfahrungen des menschlichen Alltags, aus dem Glauben gedeutet. Eine Reihe zum kurzen Innehalten im schnellen Lauf der Zeit. Eine Podcast-Reihe des NDR

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