Nach 45 Jahren im Berufsleben ist es so weit: Petra Itgen verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand. Die letzten 22 Jahre prägte sie als Mitarbeiterin des Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck mit ihrer offenen und herzlichen Art. Nun freut sie sich darauf, die Osterholzer Fußgängerzone am helllichten Tag zu durchqueren – ein kleiner, aber bedeutender Moment, der den neuen Lebensabschnitt symbolisiert.
Ein vielseitiger Berufsweg
Begonnen hat ihre berufliche Laufbahn in Cuxhaven, wo sie ihre Ausbildung bei der Nordsee Reederei absolvierte. Anschließend folgten zehn Jahre als Einkäuferin in der Zentrale in Bremerhaven. Doch dann rückte die Familie in den Mittelpunkt: Acht Jahre widmete sie sich vollkommen der Erziehung ihrer beiden Söhne. Nach dieser Pause kehrte sie ins Berufsleben zurück und arbeitete zunächst im Innendienst einer Firma für Feuerlöscher-Wartung in Bremen-Nord.
Im Mai 2003 begann dann ihre Zeit im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Ursprünglich im Meldewesen des damaligen Kirchenkreisamtes tätig, wechselte sie 2007 ins Ephoralbüro, um dort die Nachfolge ihrer Vorgängerin anzutreten. Ein Wechsel, der sich als Glücksfall herausstellte: "Die Arbeit hat mir immer Spaß gemacht, ich hatte wirklich eine gute Zeit. Jeder Tag war anders, und ich hatte Kontakt zu so vielen Menschen und Themen. Das war einfach wunderbar."
Immer mittendrin
Als Assistenz von Superintendentin Jutta Rühlemann wurde sie zur ersten Anlaufstelle für viele Anfragen. Scherzhaft sagte sie oft: "Wer zu Frau Rühlemann wollte, musste erst einmal an mir vorbei." Mit ihrer pragmatischen, zuverlässigen und warmherzigen Art wurde sie schnell zu einem geschätzten Gesicht der Verwaltung. Gottesdienste und Andachten waren für sie dabei nicht nur Arbeitsalltag, sondern immer auch persönliche Bereicherung.
Die Vielfalt ihrer Aufgaben, von der Organisation großer Veranstaltungen bis hin zur Bewältigung des Weihnachtsstresses, machte ihre Arbeit abwechslungsreich und spannend. Auch Überstunden nahm sie in Kauf. Das war auch zu Hause kein Problem, da ihr Mann, der im Außendienst arbeitete, oft noch später nach Hause kam. "Das hat bei uns immer gut funktioniert."
Ein neues Kapitel beginnt
Mit ihrer rheinischen Herkunft – aufgewachsen in Köln, mit 18 nach Cuxhaven gezogen – wird in den kommenden Monaten sicherlich die ein oder andere karnevalistische Ader durchscheinen, wie Itgen augenzwinkernd mitteilt. Doch vor allem freut sie sich auf die Zeit mit ihrer Familie. Zwei Enkeljungs in Pennigbüttel halten sie bereits fest in ihrem "Oma-Plan" gebucht.
"Ich werde die Arbeit vermissen, das weiß ich jetzt schon", gibt sie zu. "Aber die Zeit ist um, und das ist auch gut so." Die offizielle Verabschiedung findet am 19. März 2025 im kleinen Kreis statt, doch bereits im Februar durfte sie eine ausgiebige Abschiedstour durch ihre Dienststelle machen – viele Kollegen schauten vorbei, um sich persönlich verabschieden, einige hatten eine Schnitzeljagd durchs Gebäude organisiert.
Nun wartet auf Petra Itgen ein neuer Alltag – ohne dienstliche E-Mails, aber mit viel Zeit für Spaziergänge, Stadtbummeln am helllichten Tage, Familie und vielleicht auch das ein oder andere rheinische Karnevalshäppchen. Die vielen Kontakte und die abwechslungsreiche Arbeit werden ihr fehlen, doch eines steht fest: Sie geht mit einem Lächeln und einem reichen Erfahrungsschatz in den Ruhestand.
Den Posten der Ephoralsekretärin in der Superintendentur hat Ewa Söder vor einigen Wochen übernommen. Fortsetzung folgt...