Das Diakonische Werk des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck hat eine neue Geschäftsführerin: Lotta Kohlmann hat zum 1. Juni die Leitung übernommen – und bringt neben fachlicher Expertise auch eine klare Haltung zu gesellschaftlichen Herausforderungen mit. Gemeinsam mit Superintendentin Jutta Rühlemann stellte sie sich am Donnerstagvormittag im Rahmen eines Pressegesprächs in den neuen Räumlichkeiten des Werks vor.
„Willkommen in den neuen Räumen, in denen sich vortrefflich arbeiten lässt – gut für die Klienten und für die vielen Ehrenamtlichen“, eröffnete Jutta Rühlemann das Gespräch. Die neuen Büroräume im Herzen Osterholz-Scharmbecks seien ein sichtbares Zeichen des Wandels und der Aufbruchsstimmung im Diakonischen Werk.
Lotta Kohlmann: Von der Beratung in die Leitung
Lotta Kohlmann ist seit eineinhalb Jahren im Diakonischen Werk tätig und war bislang in der Kirchenkreissozialarbeit tätig. Die neue Führungsrolle ist für sie eine konsequente Weiterentwicklung: „Die Zeit in der Beratung hat mir einen tiefen Einblick in die Themen gegeben, die unsere Gesellschaft bewegen – Armut, psychische Gesundheit, die Spaltung der Demokratie, der Klimawandel. All das spiegelt sich in der Arbeit an und mit den Menschen wider.“
Kohlmann betont, wie wichtig ihr der direkte Bezug zur Praxis sei – und wie sehr sie das bereits aufgebaute Netzwerk mit Landkreis, Stadt und anderen sozialen Akteuren zu schätzen weiß: „Das hilft mir jetzt total. Die Zusammenarbeit im Kollegenkreis ist stark, alle sind engagiert. Das ist ein großer Schatz, den ich sehr wertschätze.“
Ein Ort der Wertschätzung und Offenheit
Die neuen Räumlichkeiten, in die das Werk im Januar gezogen ist, haben vieles verändert. „Hier sind wir gut aufgehoben“, sagt Kohlmann. „Die Räume sind freundlich, offen, laden zum Gespräch ein – ein guter Ort für Klientinnen und Klienten, ein Ort der Wertschätzung.“
Auch Superintendentin Rühlemann sieht darin ein klares Signal: „Die offizielle Einweihung ist im August geplant – mit neuer Leitung, neuen Flyern, neuer Website. Wir wollen damit deutlich machen: Die Diakonie geht mit der Zeit, bleibt aber bei ihren Wurzeln – offen für alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Religion oder Lebenssituation.“
Diakonie – professionell und menschenzentriert
Das Diakonische Werk beschäftigt rund 20 Fachkräfte, darunter Sozialpädagogen und Ergotherapeuten am Stammsitz, in der Ergotherapie Praxis, in der Tafel, in der Tagesstätte im Alten Museum und im „Anderland“, dem Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche. Unterstützt wird das Team von Bundesfreiwilligendienstleistenden, Fahrdiensten, Reinigungskräften und etwa 200 Ehrenamtlichen. „Diese Vielfalt macht den Reiz unserer Arbeit aus“, erklärt Kohlmann. „Auch Online-Beratung und aufsuchende Hilfen gehören mittlerweile selbstverständlich dazu. Jeder, der Hilfe sucht, soll auch Hilfe bekommen.“
Dabei ist die Diakonie klar professionell aufgestellt – ein Punkt, den Rühlemann besonders betont: „Hier arbeiten Fachleute. Ehrenamtliche Arbeit ist ein Schatz, aber viele Aufgaben brauchen fundierte Ausbildung, wie zum Beispiel in der Sucht-, Schwangeren- und Schwangerenkonfliktberatung. Es gibt keine Voraussetzungen, unsere Hilfe in Anspruch zu nehmen – das ist unsere christliche Grundüberzeugung.“
Eine Frau mit Erfahrung und Bodenhaftung
Die 39-jährige Lotta Kohlmann bringt nicht nur umfangreiche Berufserfahrung mit, sondern auch ein hohes Maß an persönlichem Engagement. Nach dem Studium in Hannover war sie unter anderem in der Familienbildungs- und Beratungsarbeit, sowie als Kita-Leiterin tätig. 2021 zog sie mit ihrer Familie nach Osterholz-Scharmbeck. Seit Oktober 2023 ist sie Teil des Kirchenkreises – und seit Juni nun dessen Diakonie-Leiterin.
„Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit – das ist Lebensqualität“, sagt sie mit einem Lächeln. Neben ihrer beruflichen Rolle ist Kohlmann Mutter von drei Kindern. Sie hat für die neue Aufgabe auf Vollzeit aufgestockt – ein Schritt, den sie auch dank flexibler Arbeitszeiten und familiärer Unterstützung gut bewältigen kann: „Es braucht ein Dorf, um Familie zu leben. Der neue Job ist bereichernd – auch für die Familie.“
Kooperation und Zukunftsgestaltung im Fokus
Das Diakonische Werk arbeitet unter anderem eng mit dem Haus der Kulturen, dem Gesundheitsamt, der Lebenshilfe, der AWO, dem DRK sowie Stadt, Landkreis, Kommunen und den Kirchengemeinden zusammen. Gemeinsam will man Bedarfe sichtbar machen, Barrieren abbauen und Menschen begleiten. „Der Geist in diesem Haus baut Hindernisse ab“, bringt es Kohlmann auf den Punkt. Für sie ist klar: „Wir sind dicht dran an den Themen. Und wir wollen ein Ort sein, der Menschen willkommen heißt.“
Mit ihrer neuen Geschäftsführerin, den modernen Räumen und einem klaren Bekenntnis zu Offenheit und Professionalität geht das Diakonische Werk Osterholz-Scharmbeck gestärkt in die Zukunft.