25 Jahre Notfallseelsorge im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck

Nachricht Lilienthal, 05. November 2025

Grußwort im Saal der Klosterkirche in Lilienthal zum Jubiläum 25 Jahre Notfallseelsorge von Hans Jürgen Bollmann

Liebe Gäste,

ursprünglich war es die Polizei, wer bei den ersten Gesprächen damals dabei war, weiß ich nicht, Paul Rohidig und Henry Frerks von der Feuerwehr und Volker Leopold vom DRK, die Ende 1997 auf den damaligen Superintendenten Heiko Janssen zugingen, um zu fragen, ob „wir“, gemeint war die Kirche, denn bereit wären, in schwierigen Situationen die Rettungskräfte, Feuerwehrleute oder die Polizei zu begleiten, um eine Todesnachricht zu übermitteln oder Menschen beizustehen, für die gerade von einem Moment auf den anderen eine Welt zusammengebrochen war. Der Begriff Notfallseelsorge war gerade im Entstehen. Eine Arbeitsgruppe (Regine Sievers, Hans Gehrke und ich) wurde gegründet und erste Gespräche wurden geführt. Unterstützt wurden wir in dem Prozess von Pastor Peter Walther, der in Bremen eine ähnliche Struktur aufbaute und bereits als Polizeiseelsorger einen großen Erfahrungsschatz mitbrachte. Es dauerte dann doch einige Zeit, bis wir uns gut aufgestellt fühlten, mit Handy (damals gesponsert vom Kaufhaus Reuter in OHZ) und einem Pieper von der Feuerwehr (organisiert über Paul Rohdig und Henry Frerks) ausgestattet, im Jahr 2000 unser NFS-System starten konnten. Ein übergroßer Koffer diente als Einsatzkoffer, Gert Köhler vom DRK half uns, ihn zu bestücken. Es konnte losgehen.

Es dauerte, bis sich herumgesprochen hatte, dass wir einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr aufgebaut hatten, 24/7 an 365 Tagen. Die Arbeit ergänzte Pastor Ulrich Wahl als Supervisor. Somit waren wir eines der ersten Systeme, die auch die Supervision für die Notfallseelsorgenden vorhielten und zudem auch recht früh Ehrenamtliche ins System integriert hatten. Anonymisiert wurden Fallbesprechungen durchgeführt und das besprochen, was oben auflag.

Die Einsatzzahlen stiegen und ebenso wurde eine große Wertschätzung spürbar. Abende bei der Feuerwehr und beim DRK zu Themen wie akuten Belastungsreaktionen und posttraumatischen Belastungsstörungen/Reaktionen fanden statt. Wobei schnell deutlich wurde, wie inflationär das Wort Trauma in unserer Gesellschaft verwendet wird.

Und heute schauen wir zurück auf 25 Jahre! Dafür möchte ich Ihnen und Euch heute danken und wünsche uns, dass wir auch in Zukunft so gut gemeinsam auf dem Weg sind!