Ritterhude. Der Wirtschaftsplan für die Jahre 2025 und 2026 war der Mittelpunkt der ersten Sitzung, nach der Konstituierung im Januar, der Kirchenkreissynode Osterholz-Scharmbeck. Torben Wienbarg, der Leiter der Abteilung Rechnungswesen in Kirchenkreis Verden, erläuterte Zahlen und Fakten.
Für das laufende Jahr sind Erträge und Aufwendungen von 8,5 Millionen Euro mit einem Überschuss von 8.668 Euro geplant. Im nächsten Jahr ist eine Entnahme aus Rücklagen in Höhe von fast 140.000 Euro vorgesehen. Tarifsteigerung im Bereich der Personalkosten führen zu Mehrkosten, die der Kirchenkreis übernimmt. Dadurch werden geringere Zuweisungen der Landeskirche ausgeglichen. Deutlich wird, dass sich finanzielle Spielräume aufgrund aktueller Entwicklungen einengen.
Finanzieller Mehrbedarf entsteht im Bereich des Diakonischen Werkes wegen personeller Veränderungen und durch den Umzug zur Marktweide in Osterholz-Scharmbeck, denn daraus folgen Mietzahlungen. Trotz der angespannten Finanzlage bringt der Kirchenkreis also weiterhin erhebliche Mittel für diesen gesellschaftlich und sozialpolitisch wichtigen Bereich auf.
Dadurch wird deutlich: Der Kirchenkreis nimmt die Aufgabe ernst, Menschen Hilfe zu leisten, die diese Unterstützung dringend benötigen. Die Synode beschloss den Wirtschaftsplan einstimmig.
Kandidatur zur Landessynode
Der Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck gehört mit den Kirchenkreisen Bremervörde-Zeven, Rotenburg (Wümme) und Verden zum Wahlkreis VIII der Landessynode. Die Wahl findet Ende September statt. Einstimmig entschieden sich die Mitglieder der Synode dafür, Pastorin Birgit Spörl erneut für die Landessynode zu nominieren.
Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung
Abschließendes Thema der Synode war die Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung als Wegweiser in die Zukunft. Superintendentin Jutta Rühlemann präsentierte die Zahlen. Nach den Befragungen meinen 80 Prozent aller evangelischen Kirchenmitglieder, dass sich Kirche grundlegend verändern muss, wenn sie eine Zukunft haben will.
Zudem schließen auch viele Mitglieder einen Kirchenaustritt nicht zwingend aus. In der Diskussion wurde deutlich: Die Kirche muss solche Stimmungen ernst nehmen und über Veränderungen nachdenken. Rühlemann: „Jeder Einzelne, der in der Kirche Verantwortung übernimmt und dem die Kirche am Herzen liegt, ist hier gefordert.“
Dies gilt auch für die Gottesdienste. Die Studie zeigt: Der „klassische“ Sonntagsgottesdienst ist nicht mehr nachgefragt. Befragte wünschen sich persönliche Begleitung bei wichtigen Ereignissen wie Taufe oder Hochzeit. Weihnachten und Ostern wurden aber ebenso als Anlass für einen Gottesdienstbesuch genannt wie Gottesdienste mit besonderem musikalischem Angebot oder andere alternative Formate. Das zeigen auch die Zahlen im Kirchenkreis, insbesondere anhand der Besucherzahlen bei Taufen oder Hochzeiten. Gottesdienste im Rahmen der „Kirche im Grünen“ gehören darüber hinaus zu den „Magneten“ hinsichtlich der Besucherzahlen. Beispiele wie diese geben Impulse für weiterführende Überlegungen, wie auf veränderte Bedarfe und Wünsche zukunftsweisend eingegangen werden kann.
Fazit der Kirchenkreissynode: Veränderte Spielräume und sich verändernde Anforderungen fordern zu Kreativität und aufmerksamem Hinschauen heraus, wenn es darum geht, Kirche in die Zukunft zu führen.