Kirche trifft Landwirtschaft

Nachricht Verden/Elbe-Weser-Raum., 19. September 2025

Interessierte aus Landvolk, Landfrauen und Kirchengemeinden bei Masterrind (Verden)

Interessierte trafen sich bei Masterrind in Verden zu „Kirche trifft Landwirtschaft“. Foto: Sonja Domröse

Auf Einladung des Landvolks trafen sich mehr als 50 Interessierte aus Landwirtschaft und Kirche Anfang September zum Austausch. Zu Gast waren sie bei Masterrind in Verden, einer genossenschaftlich organisierten GmbH mit mehreren tausend Mitgliedern. Masterrind ist mit über 400 Mitarbeitenden in der Zucht von Rindern und ihrer Vermarktung in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen tätig.

 

Moderiert wurde der alljährliche Austausch von in der Landwirtschaft und in der Kirche Tätigen von Jörn Ehlers, Kreisvorsitzendem des Landkreisverbandes Rotenburg-Verden. Er schätze diese Form des Gesprächs in der Region sehr, zumal es oft Polarisierungen gebe und diese nur durch gegenseitiges Verstehen und Zuhören gelöst werden könnten. Zur Stimmung bei Landwirtinnen und Landwirten sagte er: „Die Politik ist uns in vielen Punkten entgegengekommen. Die Preise für Milch und Rindfleisch sind gut, auch wenn für das Getreide momentan weniger gezahlt wird.“ Nicht ganz so positiv schätzte Alexander von Hammerstein, Vorsitzender des Landvolks im Kreisverband Bremervörde-Zeven, die Lage ein. „In der Landwirtschaft ist Planungssicherheit wichtig, weil es oft um Investitionen in Millionenhöhe geht. Da fehlt es uns an Sicherheit.“ 

 

Superintendent Martin Krarup (Buxtehude) ist Mitglied der Synode in Hannover und berichtete über aktuelle Entwicklungen in der hannoverschen Landeskirche. „Wir werden bis 2035 in allen Bereichen 30% einsparen müssen, um weiterhin einen ausgeglichenen Haushalt zu haben.“ Personalmangel gebe es auch bei den hauptamtlich Beschäftigten. Mit Blick auf das in der Synode beschlossene Klimaschutzgesetz ist seine Einschätzung:  „Gerade in unserer ländlichen Region sind Sie in der Landwirtschaft ein wichtiger Ansprechpartner, damit wir gemeinsam schauen, wie Klimapolitik vor Ort geht.“

 

Superintendentin Susanne Wendorf-von Blumröder (Bremerhaven) begrüßte gemeinsam mit Jörn Ehlers als stellvertretende Regionalbischöfin für den Sprengel Stade die Gäste und hielt die Schlussandacht. Sie betonte im Hinblick auf das kommende Erntedankfest: „Eine Kultur der Dankbarkeit zu pflegen und zu hüten, das ist wichtig. Aber auch Kindern und Jugendliche das Wunder von Wachsen und Gedeihen nahezubringen, gerade was Lebensmittel und ihre Herstellung angeht.“ Dies könne exemplarisch in der Kita vor dem Erntedankfest geschehen, aber auch in der kirchlichen Arbeit vor Ort. Zum Abschluss verteilte sie einen Magnet-Button aus ihrem Kirchenkreis. Dieser trägt die Aufschrift: „Siehe, das ist gut!“. Damit ermunterte die leitende Geistliche dazu, im eigenen Alltag auf das zu achten, was gut und wichtig ist.