Jutta Rühlemann nimmt bewegenden Abschied

Nachricht Ritterhude, 10. Juni 2025

Kirchenkreissynode gründet neuen Jugendausschuss

Superintendentin Jutta Rühlemann verabschiedete sich von ihrem Parlament

Die Kirchenkreissynode Osterholz-Scharmbeck kam am Freitag zu ihrer Sitzung im Hamme-Forum in Ritterhude zusammen. Den Auftakt bildete eine Andacht mit Pfingstlesung, gestaltet von Lena Klemme. „Da wir heute viel Heiligen Geist brauchen“, leitete sie die kleine Feier zum Start mit einem Augenzwinkern im Hinblick auf den späteren nicht öffentlichen Teil ein, indem die Wahl einer neuen Superintendentin jedoch nicht zustande kam. Höhepunkt der Sitzung war indes die Abschiedsrede von Superintendentin Jutta Rühlemann, die ihre 21 Jahre pralles kirchliches Leben an der Spitze zusammenfasste: „Gott, war das eine Achterbahnfahrt, ein so erfülltes Berufsleben, das hätte ich mir nicht träumen lassen.“

Ausschüsse und Arbeitsgruppen

Die erste Vorsitzende des Präsidiums, Heike Schumacher, begrüßte insgesamt 46 Mitglieder der Synode sowie einige Gäste. Im Anschluss an die Regularien stand der Sachstand der im Januar neu konstituierten Ausschüsse und Arbeitsgruppen auf der Tagesordnung. Besonders erfreulich: Unter der Leitung von Janna Eckert konnte ein neuer Jugendausschuss ins Leben gerufen werden. „Wir haben gemerkt, dass im Kreis und in den Gemeinden viele Gruppen von Kindern und Jugendlichen unterwegs sind, aber eine Schnittstelle fehlt“, sagte Eckert. Der Ausschuss soll nun Bedarfe ermitteln, Probleme sichtbar machen und die vielfältige Kinder- und Jugendarbeit in den Gemeinden besser vernetzen. Als Mitglieder konnten unter anderem Mareike Pape, Lea Goes, Anne-Katrin Puck, Melike Flathmann und Janna Eckert selbst gewonnen werden. Auch Heike Schumacher zeigte sich erfreut: „Das ist toll. Wir hatten immer die Hoffnung, dass es sich ergibt – und nun ergibt es sich.“

In allen Ausschüssen und Arbeitsgruppen fanden bereits erste Treffen statt, bei denen erste Pläne geschmiedet wurden. Die Arbeitsgruppe „Gottesdienst und Kirchenmusik“ stellte zudem den Antrag, künftig als fester Ausschuss arbeiten zu dürfen – ein Anliegen, das einstimmig angenommen wurde.

Vereinfachung von Verwaltung

Ebenfalls mit einstimmiger Zustimmung wurde ein Antrag an die Landessynode verabschiedet, die kirchliche Verwaltungsarbeit weiter zu vereinfachen. Superintendentin Jutta Rühlemann betonte: „Wir wollen die Vereinfachung von Verwaltung gemeinsam hinbekommen. Es hat sich schon viel getan, aber wir wollen mit der Erneuerung des Antrags an die Landessynode erreichen, dass in deren neuer Amtszeit ab 2026 weiter an diesem Thema gearbeitet wird. 

Ein bewegender Abschied: Superintendentin Jutta Rühlemann tritt in den Ruhestand

Nach vielen Jahren engagierten Dienstes nimmt Superintendentin Jutta Rühlemann Abschied von ihrem Amt. Zum 31. August beendet sie ihre Zeit an der Spitze des Kirchenkreises Osterholz-Scharmbeck und geht in den wohlverdienten Ruhestand. Bewegend und persönlich richtet sie dankbare, aber auch nachdenkliche Worte an die Menschen, die sie auf ihrem Weg begleitet haben.

Mit klarer Haltung und tiefem Vertrauen in die Kraft der Gemeinschaft blickt Rühlemann zurück – und zugleich nach vorn. „Es ist meine Überzeugung: Wenn wir es solidarisch anpacken, mit Hand und Verstand, wenn wir uns da einbringen, wo es gerade nötig ist und wenn wir den offenen Blick für die Menschen um uns herum bewahren, haben wir als Kirche eine Zukunft“, sagt sie.

Dieser Gedanke zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Amtszeit: Zusammenarbeit, gegenseitiger Respekt, Augenhöhe und ein waches Gespür für die Bedürfnisse der Zeit. Das gemeinsam Erreichte zu bewahren und behutsam an neue Bedingungen anzupassen – das sieht sie als zentrale Aufgabe der kommenden Jahre. Dabei setzt sie auf die Kraft der Gemeinschaft und auf die Werte, die sie selbst stets verkörpert hat: Bescheidenheit, Kollegialität und Zielorientierung.

Passend zum Ende ihrer Amtszeit übergibt Rühlemann die Neuauflage des Arbeitsbuchs „Der rote Faden“ – ein umfassendes Werk mit über 200 Seiten Informationen, Materialien und Impulsen für kirchliche Verantwortungsträger*innen. Ein Projekt, das in enger Zusammenarbeit mit Kirsten Ludewig entstand, der sie in besonderer Weise für ihre Ausdauer und Sorgfalt dankt.

In ihren Abschiedsworten lässt Rühlemann eine tiefe Dankbarkeit erkennen: „Ich bin den Weg gern mit Euch gegangen.“ Ihr Wunsch für die Zukunft des Kirchenkreises ist klar: weise Entscheidungen, kluge Wegweisungen – und Gottes Segen für alle, die weiterhin Verantwortung tragen.

Zum Ende Ihrer Rede gibt sie den Mitgliedern der Kreissynode ein Wort der Ermutigung aus dem 2. Timotheusbrief mit auf den Weg: „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Liebe, der Kraft und Besonnenheit.“

Mit Jutta Rühlemann verabschiedet sich eine Superintendentin, die das Gesicht des Kirchenkreises über Jahre hinweg geprägt hat – mit Herz, Verstand und einem unerschütterlichen Glauben an die verbindende Kraft der biblischen Botschaft. Das wussten auch die Synodenmitglieder, sichtlich bewegt verabschiedeten diese „ihre“ Chefin stehend mit minutenlangem Applaus.

Superintendentin Rühlemann wird in einem Gottesdienst am 24. August um 15.00 Uhr in der St.-Willehadi-Kirche von ihren Aufgaben entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet.