Wertvolles Wissen für die Kolleginnen

Nachricht 07. Juni 2025

Neue Webseite ist eine wichtige Hilfe für Ephoralbüros

Die Gesichter hinter der neuen Webseite (von links): Claudia Brause, Natali Fell, Ute Borchers, Silke Döring, Christine Schöppner-Panz, Karin Wessels und Christa Schulz-Achelis. Foto: Fulko Steinhausen

Was ist eigentlich ein Dienstweg? Was hat es mit dem Pfarrdienstrecht auf sich, was bedeutet die  Befreiung von der Residenzpflicht und wie muss eine Stellenausschreibung aussehen? Was muss ich  bei Anträgen auf Elternzeit oder bei Vakanzen beachten, wann verfällt ein Urlaubsanspruch und wie  gehe ich richtig mit diesem verflixten „Pendelformular“ um? Welche Anlaufstellen kann ich  hilfesuchenden Menschen nennen, die bei mir anrufen, und was genau will eigentlich dieser  Kirchenvorstand von mir?    

Es sind viele Fragen, die sich Ephoralsekretärinnen stellen, wenn sie ihren Dienst im Büro einer  Superintendentur beginnen. Viele von ihnen kommen nicht aus kirchlichen Zusammenhängen,  sondern aus der Wirtschaft oder der Verwaltung – und finden die ersten Hürden schon in der  Begrifflichkeit vor. Außerhalb von Kirche sind etwa „Ephoren“ wenig bekannt; Wikipedia weist sie als  Aufsichtsbeamte mit weitreichenden Befugnissen im antiken Sparta aus. Heute werden  Superintendent*innen in der evangelischen Kirche als Ephoren bezeichnet; ihre Büros werden von  Ephoralsekretärinnen geleitet. Etwa 55 von ihnen sind in der hannoverschen Landeskirche tätig;  Männer interessieren sich bislang noch kaum für diese anspruchsvolle Tätigkeit, die eher im  Hintergrund stattfindet.    

2022 gründeten sechs Ephoralsekretärinnen aus verschiedenen Regionen der Landeskirche eine  Arbeitsgruppe, um ihren Kolleginnen Unterstützung in Form von Wissen zu vermitteln. Seitdem  bilden Ute Borchers (Kirchenkreis Hannover Nord-West), Claudia Brause (Burgwedel-Langenhagen),  Silke Döring (Hittfeld), Natali Fell (Verden), Christine Schöppner-Panz (Hannover Mitte) und Karin  Wessels (Aurich) die „Leitfaden-AG“. Die vielen Fragen derjenigen, die noch neu im Dienst waren,  trafen in der Gruppe auf das Knowhow der „alten Häsinnen“ – eine gute Mischung.    

„Zunächst haben wir an ein Nachschlagewerk gedacht, sehr schnell aber wurde uns klar, dass nur ein  Online-Format die Anforderungen erfüllen kann“, berichten Claudia Brause und Karin Wessels. In den  vergangenen zehn bis 15 Jahren habe in den Ephoralbüros eine starke Professionalisierung  stattgefunden, die ein deutliches Anwachsen der Anforderungen und die Notwendigkeit des  eigenständigen Arbeitens mit sich brachte. Und der Wandel geht weiter: Zunehmend überträgt das  Landeskirchenamt Aufgaben an die Kirchenkreise; eine gedruckte Veröffentlichung könnte mit diesen  Veränderungen nicht Schritt halten und wäre schnell veraltet.    

Die Leitfaden-AG nahm also Kontakt zu Beate Ludewig von der EMA, der Evangelischen Medienarbeit  in der Landeskirche Hannovers, auf. „Bei ihr haben wir wirklich tolle Unterstützung bekommen“,  sagen Ute Borchers und ihre Kolleginnen einstimmig. Ein freiberuflicher Grafiker unterstützte bei der  Gestaltung der Seite und Ludewig schulte die Leitfaden-AG im Umgang mit dem zugrundeliegenden  System Magnolia. „Sie hat uns immer wieder darin bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind  und uns Mut gemacht“, erzählt Christine Schöppner-Panz. Unterstützung gab es auch von Christa  Schulz-Achelis, Referentin für die Berufsgruppe der Ephoralsekretärinnen in der landeskirchlichen  Service Agentur: „Ich bin sehr dankbar, dass fachlich hochqualifizierte Personen dieses Vorhaben so  energisch vorangetrieben haben“, betont sie.    

„Vor allem aber hat uns die Unterstützung der Superintendent*innen Mut gemacht, das Projekt  weiter voranzubringen“, sagen die Mitglieder der Leitfaden-AG. „Denn gerade den Ephoren war  bewusst, dass es für die Kolleginnen von großem Wert ist, ein solches Nachschlagewerk nutzen zu  können.“  

In einem arbeitsaufwändigen Prozess sammelten die Mitglieder der Leitfaden-AG in den  zurückliegenden Monaten Stichworte und ordneten sie Kategorien zu, suchten passende Texte oder  schrieben sie selbst, richteten ein Stichwortregister und zahlreiche Verlinkungen ein, recherchierten  Kontakte und stellten sie auf der Webseite zur Verfügung. „Das Einpflegen in die Webseite hat  wunderbar geklappt“, freut sich Silke Döring gemeinsam mit ihren Kolleginnen.    

Mittlerweile umfasst die Webseite rund 160 Seiten, die von vielen Ephoralsekretär*innen und  Superintendent*innen Korrektur gelesen wurden. „Dieses Gegenlesen war für uns eine große Hilfe,  weil uns viele tolle Anmerkungen zurückgemeldet wurden“, sagt Claudia Brause. Sie betont, dass die  neue Webseite keineswegs ein abgeschlossenes Projekt ist: Auf der Seite werden Ansprechpersonen  genannt, an die jederzeit Ergänzungsvorschläge geschickt werden können. Ohnehin bleibt die Pflege  der Seite eine dauerhafte Aufgabe. Und diese Aufgabe lohnt sich: Das bereitgestellte Wissen hilft  nicht nur Ephoralsekretärinnen, sondern vielen Menschen, die sich in der Kirche beruflich oder  ehrenamtlich engagieren.    

„Ich hätte mir ein solches Angebot zu meinem Dienstbeginn in der Superintendentur sehr  gewünscht“, sagt Natali Fell. „Als ich anfing, wusste ich nicht, was ein Abkündigungstext ist. Da ist es  schwierig, wenn man alleine im Büro sitzt und noch nicht weiß, wen man anrufen und fragen kann.“  Ab sofort ist die Webseite www.das-ephoralbuero.de online. Für Anmerkungen und Ergänzungen  sind die Urheberinnen per Mail an team.ephoralbuero@evlka.de zu erreichen.