Herzlicher Abschied in der Grasberger Kirche

Nachricht Grasberg, 01. Juli 2025

Schule sagt “Danke” und “Tschüss” zu Anke Ternieten und Kirsten Ludewig

Die Hauptdarsteller in der Grasberger Kirche. Kollegen und Schüler sagen Tschüß zu Kirsten Ludewig und Anke Ternieten (rechts)

Grasberg – Mit Gesang, Geschenken und ganz viel Gefühl verabschiedete die Grundschule Grasberg am Mittwoch zwei langjährige und beliebte Mitarbeiterinnen in den Ruhestand: Schulsekretärin Anke Ternieten und Religionslehrerin Kirsten Ludewig. Die gesamte Schulgemeinschaft – rund 300 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeitende – machte sich nach der ersten Hofpause gemeinsam auf den Weg zur Grasberger Kirche, um den beiden einen gebührenden Abschied zu bereiten.

Schon auf dem Weg dorthin wurde deutlich, wie sehr besonders Kirsten Ludewig von den Kindern geschätzt wird: Immer wieder klang es fröhlich „Hallo Frau Ludewig“ durch die Reihen. In der festlich geschmückten Kirche begann schließlich eine rund 90-minütige Zeremonie voller Musik, Erinnerungen und herzlicher Worte.

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Heike Krug übernahm Superintendentin Jutta Rühlemann das Wort. Mit liebevollen und zugleich humorvollen Worten würdigte sie das Wirken von Kirsten Ludewig, die nicht nur als Religionslehrerin, sondern auch als Pastorin vielen Kindern nahe war: „Sie kennt euch alle mit Namen“, sagte Rühlemann – was mit einem lauten „Ja!“ aus der Kinderschar bestätigt wurde. Auch ihre Zukunft wurde thematisiert: Während die Kinder vermuteten, sie würde fortan „fernsehen, sich ausruhen, sich langweilen und essen“, weiß Rühlemann, dass Ludewig weiterhin aktiv bleibt – als Geschäftsfrau in ihrer Druckerei, als Pastorin (im Ehrenamt) und als Öffentlichkeitsbeauftragte des Kirchenkreises.

Ein Höhepunkt des Vormittags war der große Schulchor, der in einem eigens getexteten Lied Frau Ludewig für ihr Engagement dankte:

„Du hast uns vieles beigebracht, liebe Frau Ludewig …“

Schüler und Lehrkräfte ließen es sich nicht nehmen, die beiden scheidenden Kolleginnen mit kreativen Geschenken zu ehren. Jede der 14 Klassen entsandte zwei Vertreter, die symbolische Präsente überreichten – darunter ein Geduldsfaden, eine Sonnenbrille und eine Karte, die die Wegbegleitung von Ludewig verdeutlichten: „Du hast uns gezeigt, welche Wege es gibt und dass man manchmal auch Umwege gehen muss.“

Für Anke Ternieten wurde es emotional, als Kolleginnen und Kollegen ein Herzensgedicht eigens für sie vortrugen:

„Mit Verständnis und Freundlichkeit warst du für jedes Gespräch bereit …“

Der stellvertretende Bürgermeister André Bischof übernahm die offizielle Verabschiedung Ternietens im Namen der Kommune. Er dankte ihr für ihre fast zwei Jahrzehnte währende Tätigkeit an der Schule – und ganz besonders dafür, dass sie ihren Ruhestand noch einmal verschoben hatte, um kurzfristig auszuhelfen. Selbst an ihren ersten Arbeitstag erinnerte sich Bischof detailreich: „Ein Dienstag, acht Sonnenstunden, 17 Grad.“

Mit dem Abspielen von „Dancing Queen“ wurde die Kirche schließlich zur Tanzfläche – und Anke Ternieten durfte auf der Bühne mittanzen. Der fröhliche Abschied endete mit einem letzten musikalischen Gruß und einem kleinen Geschenk für alle Schülerinnen und Schüler: Gummibärchen mit einem Segensgruß, verteilt am Ausgang von den beiden frischgebackenen Ruheständlerinnen persönlich.

Die letzten Worte des Tages gehörten Kirsten Ludewig:

„Abschied ist wie ein Umzug: Man überlegt, was man zurücklässt, was bleibt, und was man mitnimmt. Wir lassen fröhliche Kinder, tolle Kollegen und viele schöne Erinnerungen hier – und genau diese Erinnerungen nehmen wir mit.“

Ein farbenfroher, musikalischer und sehr persönlicher Abschied – ganz so, wie ihn sich alle Beteiligten gewünscht hatten. Anke Ternieten war begeistert und verriet auf dem Rückweg: „Die Verabschiedung in der Kirche, das war etwas ganz Besonderes, damit habe ich nicht gerechnet. Mein Arbeitsleben war so toll und bunt hier, da war die Verlängerung überhaupt kein Problem, sondern einfach schön.“