Oese/Elbe-Weser-Raum. Erstmals in diesem Jahr war die neue Regionalbischöfin für den Sprengel Stade, Sabine Preuschoff, bei der Konferenz der Diakoninnen und Diakone dabei. Rund 55 Hauptamtliche aus dem gesamten Elbe-Weser-Raum trafen sich unter ihrer Leitung in der Freizeit- und Begegnungsstätte Oese.
Im Mittelpunkt stand das Thema „Kirche und Künstliche Intelligenz (KI)“. Dazu war aus Hannover Achim Blackstein angereist, Beauftragter für Digitale Seelsorge und Beratung der Landeskirche Hannovers. In seinem Vortrag mit dem Titel „Die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war“ nahm Blackstein die Teilnehmenden mit auf eine kurze Zeitreise durch die Geschichte der Entwicklung von KI-Systemen. Er spannte dabei einen weiten Bogen von den ersten Ideen und frühen Dialogsystemen bis hin zu heutigen leistungsfähigen generativen Modellen. „KI ist gekommen, um zu bleiben und prägt bereits jetzt unseren Alltag durch unterschiedlichste Anwendungen: von der Suchmaschine über die Navigation bis zu Apps“, betonte der Referent.
Neben der Einführung in die Funktionsweisen moderner KI standen im weiteren Verlauf vor allem die konkreten Auswirkungen auf kirchliches Arbeiten im Fokus: von Verkündigung und Seelsorge über Bildungs- und Jugendarbeit bis hin zu organisatorischen Aufgaben. Kompetenter Umgang mit KI sei „eine neue Schlüsselqualifikation“, so Blackstein, und ergänze die Medienkompetenz, die heute bereits unabdingbar sei. „KI-Kompetenz spielt schon jetzt eine enorme Rolle und wird in Zukunft noch weitere Bedeutung gewinnen. Auch in der Seelsorge und der Begleitung von Menschen“, hob der Referent hervor.
In Kleingruppen diskutierten die Teilnehmenden anschließend über mögliche Einsatzfelder in ihrer eigenen Praxis. Dabei rückten sie bewusst auch ethische Fragen in den Blick: Welche Aufgaben sollten trotz technischer Möglichkeiten beim Menschen bleiben? Wo braucht es klare Grenzen? Wie gelingt ein verantwortlicher Umgang, der dem kirchlichen Menschenbild entspricht? Die intensiven Gespräche zeigten, dass KI für Kirche und Kirchengemeinden sowohl Chancen als auch neue Herausforderungen bereithält. „Wichtig ist, den digitalen Wandel nicht nur zu beobachten, sondern ihn aktiv, reflektiert und mit klarer Haltung mitzugestalten“, bilanzierte Blackstein.
Sabine Preuschoff hob mit Blick auf die kirchliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen hervor, wie wichtig hier religiöse Bildungsarbeit sei. „Als Diakonin und Diakon stärken sie Jugendliche, beteiligen sie in demokratischen Prozessen in Ihren Kreisjugendkonventen und geben Orientierung.“ Bei Freizeiten und im Konfirmandenunterreicht werde Gemeinschaft erlebbar, Kindern und Heranwachsenden werde durch Beteiligung „der Rücken gestärkt.“
Inga Rohoff, Referatsleiterin für Diakoninnen und Diakone im Landeskirchenamt, informierte über eine Anpassung des Gesetzes für Diakoninnen und Diakone, die im kommenden Jahr in die Synode eingebracht werden soll. Diese würde in Einzelfällen auch befristete Anstellungen zulassen, z.B. bei Quereinstieg, dem Integrierten Berufsanerkennungsjahr oder bei einer Weiterbeschäftigung im Ruhestand. Ebenso würde derzeit nach einer Regelung gesucht, wie bei Präventionsschulungen zur sexualisierten Gewalt Multiplikatorinnen und Multiplikatoren entlohnt werden können.
Vorbereitet worden war die Konferenz von Diakoninnen und Diakonen aus dem Kirchenkreis Verden, die auch den Abschluss-Gottesdienst gestalteten.