Zwischen Orgelpfeifen und Perspektiven

Nachricht Osterholz-Scharmbeck, 24. März 2026

Zwischen Tradition und Aufbruch: Der Kirchenmusikkonvent setzt neue Akzente

Der Konvent der Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck brachte nach längerer Pause wieder Bewegung in ein wichtiges Netzwerk. Im Gemeindehaus von St. Willehadi trafen sich Haupt-, Neben- und Ehrenamtliche, sowie die Mitglieder des Ausschusses für Gottesdienst und Kirchenmusik, zum Austausch über ihre Arbeit, ihre Fragen und ihre Perspektiven.

Der Nachmittag begann mit einer kurzen Andacht. Danach richtete sich der Blick auf den Vorentwurf des neuen Evangelischen Gesangbuches, das 2028 erscheinen soll. Rund 550 Lieder sind für die gedruckte Ausgabe geplant, ergänzt durch eine umfangreiche digitale Version mit zusätzlichen Materialien. Traditionelle Choräle stehen dabei neben neuen geistlichen Liedern, Psalmen und kurzen Texten, die künftig enger mit dem Singen verbunden sein sollen. Viele Gemeinden testen Inhalte bereits in der Praxis und geben Rückmeldungen.

Kreisposaunenwart Florian Kubiczek, der digital am Treffen teilnahm, schilderte die Entwicklung des Gesangbuches als stimmigen Prozess, der Schritt für Schritt Gestalt annimmt und das Singen im Gottesdienst langfristig prägen wird.

Ein geplanter Workshop zur Liedbegleitung auf Orgel und Klavier fiel kurzfristig aus. Kirchenkreiskantorin Caroline Schneider-Kuhn kündigte an, ihn am 12. September nachzuholen. Sie wies erneut auf den Orgel-Bausatz hin, der auch außerhalb der bekannten Entdeckertage eingesetzt werden kann und praktische Zugänge zur Orgel eröffnet.

Im Zentrum des Konvents stand der gemeinsame Austausch bei Kaffee und Kuchen. Die Gespräche griffen Alltagsthemen auf, die in vielen Gemeinden präsent sind. Dazu zählten Probenorganisation, Nachwuchsgewinnung und die Frage nach tragfähigen Strukturen in Zeiten knapper Ressourcen, sowie auch die Wünsche und Umsetzungen von Musiktiteln, die auf Beerdigungen und Hochzeiten gewünscht werden. Manches Problem wirkte vertraut wie ein altes Lied, das trotzdem jedes Mal neu gesungen werden muss.

Ein weiterer Punkt betraf Änderungen im Kirchenmusikergesetz. Künftig sind hauptberufliche Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in der Landeskirche angestellt. Aus der Runde kamen Nachfragen zu möglichen Folgen für Nebenamtliche und Ehrenamtliche. Aus dem Kirchenamt kam die klare Antwort: Für sie bleibt die Anstellung weiterhin bei den jeweiligen Kirchengemeinden. Auswirkungen auf den Kirchenkreishaushalt entstehen nicht, da Personalkosten künftig mit der Landeskirche verrechnet werden.

Der Konvent zeigte einmal mehr, wie wichtig solche Treffen sind. Sie schaffen Raum für fachliche Klärung, für kollegiale Nähe und für neue Ideen. Musik entsteht selten allein. Sie wächst im Gespräch, im gemeinsamen Hören und im Mut, Gewohntes zu hinterfragen, ohne es vorschnell abzuschreiben.