1.200 Euro für den guten Zweck – Rotary Club unterstützt die Tafeln

Nachricht Osterholz-Scharmbeck., 13. März 2026
Das Foto zeigt von links nach rechts: Gerhard Voß (Schatzmeister Tafel Lilienthal), Agnes Ploch (Kirchenkreissozialarbeiterin, Jan-Birger Franze (Vorsitzender Tafel Lilienthal), Lotta Kohlmann (Geschäftsführerin Diakonische Werk) und Manfred Henkis (Rotary Club Osterholz-Scharmbeck)

Mit einer Spende in Höhe von jeweils 600 Euro hat der Rotary Club Osterholz-Scharmbeck erneut die Tafeln in Osterholz-Scharmbeck und Lilienthal unterstützt. Insgesamt kamen bei der traditionellen Waffel- und Keksaktion auf dem Wochenmarkt knapp 1.000 Euro zusammen. Der Erlös wurde nun in den Räumen des Diakonisches Werk Osterholz-Scharmbeck übergeben.

Seit inzwischen sechs Jahren engagieren sich Mitglieder des Rotary Clubs in der Vorweihnachtszeit für die gute Sache. An jeweils einem Freitag im November und Dezember backen sie frische Waffeln und verkaufen Weihnachtsplätzchen. Unterstützt werden sie dabei von der örtlichen Bäckerei Behrens, die Kekse zum Selbstkostenpreis sowie Waffelteig – nach geheimem Rezept – zur Verfügung stellt. Auch eine Spende der Sparkasse Rotenburg Osterholz floss in die Gesamtsumme ein, sie rundete den Erlös auf 1.200 Euro auf.

„Viele Menschen auf dem Wochenmarkt sind gerne bereit zu spenden, selbst wenn sie gar keine Kekse möchten“, berichtet Clubmeister Manfred Henkis. Die Aktion sei nicht nur finanziell erfolgreich, sondern auch ein Gemeinschaftserlebnis für die Rotarier selbst: Zwei Stunden Einsatz für den guten Zweck, Gespräche mit Marktbesuchern und sichtbare Hilfe für Menschen in Not.

Die Spende kommt unmittelbar der Arbeit der Tafeln zugute. In Osterholz-Scharmbeck koordiniert das Diakonische Werk die Lebensmittelausgabe. Rund 65 Ehrenamtliche engagieren sich hier regelmäßig – in Lilienthal sind es sogar 80 engagierte Frauen und Männer. An zwei Ausgabetagen pro Woche werden in Osterholz-Scharmbeck jeweils etwa 100 Kundinnen und Kunden versorgt. 

Doch die Tafeln sind weit mehr als reine Ausgabestellen für Lebensmittel. „Unsere Ehrenamtlichen sind den Menschen sehr zugewandt. Die Kunden kommen nicht nur wegen der Lebensmittel, sondern auch wegen der Gespräche“, sagt die Koordinatorin und Kirchenkreissozialarbeiterin Agnes Ploch. Die Unterstützung verschafft vielen Menschen finanziellen Spielraum – etwa um andere notwendige Ausgaben zu decken oder sich auch einmal einen kleinen sozialen Kontakt bei einer Tasse Kaffee zu ermöglichen. Die Tafel ist damit auch ein Ort der Begegnung.

Gleichzeitig bleibt die Arbeit anspruchsvoll. Lebensmittel müssen abgeholt, sortiert und verteilt werden. Kühlfahrzeuge sind im Einsatz, schwere Kisten werden getragen. Besonders haltbare Produkte wie Nudeln oder Reis sind rar, da Supermärkte diese seltener abgeben. „Immer wieder sind zusätzliche Fahrzeuge oder logistische Kraftakte notwendig“, berichtet Gerhard Voß, Schatzmeister der Lilienthaler Tafel.

Ein zentrales Thema bleibt zudem die Schamgrenze. Viele Berechtigte nehmen das Angebot nicht wahr – insbesondere ältere Menschen. Mit einer eigenen „Seniorentafel“, bei der ältere Kunden eine Stunde vor der regulären Ausgabe einkaufen können, wurde in Lilienthal bereits ein wichtiger Schritt getan, um Druck und Gedränge zu vermeiden. Sichtbarkeit und Information sollen helfen, Hemmschwellen weiter abzubauen.

So wichtig Geldspenden wie die des Rotary Clubs sind – mindestens ebenso entscheidend sind engagierte Menschen. „Wir brauchen Fahrer, die auch schwere Kisten tragen können“, heißt es aus Lilienthal. Die meisten Ehrenamtlichen sind im Rentenalter. Jüngere Helferinnen und Helfer sind ausdrücklich willkommen, auch wenn Beruf und Familie Zeit kosten. Ob beim Abholen der Waren, bei Aktionen vor Supermärkten oder in der Organisation – es gibt viel zu tun.

Die hohe Spendenbereitschaft und die positive Resonanz in der Bevölkerung zeigen: Die Arbeit der Tafeln wird geschätzt. Doch sie lebt vom Mitmachen. Wer sich engagieren oder unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, Kontakt aufzunehmen. Denn Solidarität beginnt vor der eigenen Haustür – und jede helfende Hand zählt.