Nadia Paul startet (auf) „Wolke 3“ – das mobile Café für Begegnungen im Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck

Pressemitteilung Osterholz-Scharmbeck, 03. Mai 2026

Mit einem umgebauten Bulli bringt die neue Diakonin Menschen an lebendigen Orten zusammen – für Gespräche, Pausen und Gemeinschaft.

Nadia Paul ist die neue Diakonin im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Osterholz-Scharmbeck. Seit circa drei Wochen lenkt sie das Projekt, das bisher den Namen „Genuss^drei“ trug. Jetzt heißt es „Wolke 3“. Der Name passt für sie perfekt. „Ich hatte sofort Bilder im Kopf“, sagt Paul. Die Drei steht für vieles: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Oder ganz banal: Kaffee, Kuchen und Klönschnack. Wolke 3 tritt das Erbe des Kirchenkreis-Projekts „Popup Pub“ an, Nadia Paul will Menschen an belebten Orten mit einem mobilen Café zusammenbringen.

Das Herzstück von „Wolke 3“ ist ein umgebauter Bulli, der mit einer guten Kaffeemaschine, Kühlung für Limonade, Stehtischen und Liegestühlen ausgestattet wird. „Ich hatte einen Deep Dive im Camperausbau“, sagt Paul und lacht. Der Wagen soll flexibel einsetzbar sein – auf Wochenmärkten, Kirchwiesen oder Spielplätzen. „Das Mobil schafft einen Schwellenraum, der je nach Gemeinde ganz nah oder auch weiter weg von kirchlichen Gebäuden sein kann.“ Die Gemeinden bestimmen mit, welche Zielgruppen angesprochen werden. Das Angebot reicht von Seelsorge über Workshops bis zu Begegnungen wie einem gemeinsamen Abendbrot. Die Idee hinter Wolke 3 ist schlicht und zugleich merkwürdig naheliegend: ein Ort, der zu den Menschen kommt, anstatt auf sie zu warten.

Der Bulli soll bis zur Aktion „Einfach heiraten“ am 26. Juni 2026 fertig sein und dann auch optisch mit einer Folierung im „Wolke 3“-Design erkennbar sein. Paul arbeitet noch an vielen Details: Genehmigungen, Hygieneschulungen, Stromversorgung und die Frage, wie lange das Mobil autark sein kann. „Ich schreibe viele Mails und frage viel nach“, sagt sie. Der Verkauf von Kaffee und Kuchen ist als Soli-Angebot geplant, also ohne Gewinnerzielung, nur zur Kostendeckung.

Nadia Paul ist 42 Jahre alt, lebt in Bremen in einem Dreigenerationenhaus und bringt vielfältige Erfahrungen mit. Ihre Stelle umfasst 32 Stunden. „Ich bin Mutter. Das gehört dazu“, sagt sie. Paul kommt nicht aus der klassischen kirchlichen Laufbahn. Zehn Jahre arbeitete sie im Groß- und Außenhandel, zuletzt in der Schulverwaltung in Bremen. Irgendetwas fehlte. „Ich wusste lange nicht, was es ist“, sagt sie. Dann ergab sich eine Chance in der Kirche. Sie griff zu, studierte Soziale Arbeit und machte ihre Ausbildung zur Diakonin an der Evangelischen Bildungsstätte für Diakonie und Gemeinde in Bethel. Beides berufsbegleitend. Der Weg war nicht gerade. Aber er passte. „Ich habe richtig Bock auf diese Stelle“, sagt sie über ihre neue Aufgabe im Kirchenkreis.

Nadia Paul ist ein bekennender Nerd. Sie ist begeistert von Musik, Film, Fernsehen, Podcasts und Videospielen. „Kirche und Nerd müssen sich nicht ausschließen“, sagt sie. Sie ist Teil des Netzwerks Nerdchurch, das Kirche und Popkultur verbindet. Privat und beruflich ist sie auch auf Instagram aktiv. Diese Leidenschaft will sie in ihre Arbeit einfließen lassen. Ein Nerd-Tag am Bulli gehört zu ihren ersten vagen Ideen. „Ich habe zu viele Streamingdienste abonniert“, sagt sie lachend. Für „Wolke 3“ hat sie viele Ideen, die sie nun Schritt für Schritt umsetzt. 

Die Veranstaltungen sollen zunächst vor allem auf Kirchengrund stattfinden, aber auch außerhalb. Das Projekt soll drei Jahre laufen, mit der Option auf Fortsetzung oder Rückbau des Bullis. Doch daran denkt sie jetzt kaum. Ihr Kalender füllt sich bereits. Anfragen für die 125-Jahr-Feier in Hüttenbusch und die Orgelwoche im September liegen vor. Ihr Traum ist eine Fahrt zum Kirchentag nach Düsseldorf. Dafür sucht sie noch ein Team. Eine „One-Woman-Show“ ist bei solchen Großevents nicht machbar. Wer Nadia Paul trifft, merkt schnell: Diese Frau brennt für ihre Aufgabe. Sie bringt die Kirche auf die Straße, eine Tasse Kaffee nach der anderen.

Mit „Wolke 3“ bringt Nadia Paul Menschen zusammen – an Orten, wo Begegnung sonst nicht selbstverständlich ist. Ein Projekt, das Raum schafft für Gespräche, Pausen und neue Verbindungen. „Es geht nicht darum, große Programme abzuspulen“, sagt Nadia Paul. „Es geht um echte Begegnung.“